Komische Opern
Herr Jacobs, Sie dirigieren in Wien den «Barbier von Sevilla» – aber nicht den von Rossini ...
Nein, das wäre ein noch größerer Schritt für mich gewesen. Mir geht es vorerst um den «Barbiere» von Giovanni Paisiello. Mozart fand Paisiello dermaßen gut, dass er dessen «Barbiere» eben deshalb fortsetzen wollte. Noch Rossini hatte Angst, dass sein «Barbiere» durchfallen würde, weil der Vorläufer von Paisiello so stark war. Das Lach- und Niesduo zwischen Bartolo und zwei Dienern hat er nicht einmal zu imitieren gewagt, so großartig ist es.
Um die komische Oper aus Italien haben die Spezialisten der Alten Musik bislang einen großen Bogen gemacht. Warum?
Man hat die Komische Oper für zu leicht befunden. Und unterschätzt. Auch ich muss zugeben, dass ich erst durch den Intendanten des Theaters an der Wien, Roland Geyer, darauf gestoßen wurde. Das war nicht meine Wahl. Jetzt aber möchte ich gern auch Cimarosa machen. Und in zwei Jahren Salieris «Falstaff».
Warum liegt auch bei Ihnen die Beschäftigung mit der Komischen Oper so lange zurück!??
Je älter ich werde, desto mehr zieht mich das Ernsthafte in seinen Bann. Ich habe früher viel Komische Oper gemacht. Gassmanns «L’opera seria», eines der ...
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Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Kai Luehrs-Kaiser
Seit den 1980er-Jahren posieren sie in und um Covent Garden für Touristen: kupferne Zenturionen, silberne Schornsteinfeger oder vornehme Stadtbürger in Bronze. David McVicar war der erste Regisseur, der einen dieser edelmetallisch glänzenden Straßenkünstler ins Royal Opera House holte. Duncan Meadows hieß der muskulöse Mime – er verkörperte in McVicars...
Der Bahnhofslautsprecher weiß es genau: Der Zug Nummer 1866 hat 148 Jahre Verspätung. Die Straßburger Premiere widerlegt die Ankündigung spielend und tanzend. Offenbachs Opéra bouffe «La Vie parisienne» (stimmt: Jahrgang 1866) ist in Wahrheit überpünktlich – meint: so genau auf dem Punkt, wie eine Vergegenwärtigung Maître Jacques’ nur sein kann. Die Deutsche Bahn,...
Auf den ersten Blick scheint das Geschehen das ruppig düstere Vorspiel zu konterkarieren: Auf der Bühne steht ein Karussellpferd, ein kleiner Junge mit Cowboyhut sitzt darauf. Doch die Idylle trügt. Denn die Eltern im domestizierten Western-Look kümmern sich kaum um das Kind, das mit seiner Spielzeugpistole immer wieder auf die Mutter zielt. Ist das der kleine...
