Wenn es Ihnen so scheint!

Mozart: Le nozze di Figaro Gassmann: Gli uccelatori Wien / Theater an der Wien

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Così è (se vi pare) heißt es bei Luigi Pirandello: So ist es – wenn es Ihnen so scheint ...  Dieses Stück von der Unmöglichkeit, objektive Wahrheiten zu finden, geht uns während dieser Aufführung von Mozarts «Le nozze di Figaro» im Theater an der Wien nicht aus dem Kopf.

Denn Regisseur Felix Breisach verlegt das Geschehen der für ihn tiefschwarzen, düsteren (was Mozarts Musik durchaus mitträgt) Commedia in musica in ein modernes psychiatrisches Hospital, wo Sein und Schein im täglichen Clinch liegen, wo es Wirbel und Strudel psychischer Notstände, ineinander verhakter Seelen gibt. Wo auch Liebe eher weißgekacheltes Experiment ist. Und wo man Opernhandlungen als Gruppentherapie nachspielt. Gestern war es «Parsifal». Heute ist es «Figaro». Der Chefarzt (Stéphane Degout) höchstpersönlich nimmt an diesem Spiel im Spiel teil – intrigiert, tobt mit bronzenem Bariton («Vedro mente io sospiro»), geht den traumatisierten Insassinnen an die Wäsche. Seine elegante Ehefrau (Anett Fritsch), zugleich wohl für die Finanzen des Instituts zuständig, berührt uns mit von silberner Melancholie durchwirkten «Porgi amor» und «Dove sono», und die vom Primar erotisch bedrängte Lieblingspatientin (die ...

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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Gerhard Persché

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