Apropos... Treue
Frau Frank, Theater lebt von Veränderung – hätten Sie lieber noch andere Engagements gehabt?
Nein. Ich war immer ganz glücklich hier. Als Ehefrau – mein Mann war Konzertmeister in Mannheim – und Mutter zweier Kinder gab es für mich noch ein anderes Leben. Wir hatten uns in Amerika kennengelernt und wollten keine Fernbeziehung führen. Ein paarmal gastierte ich anderswo und merkte, überall wird mit Wasser gekocht. Statt Träumen nachzurennen, blieb ich in Heidelberg, es war einfach ideal.
Was bedeutet es für eine Sängerin, in einem Ensemble alt zu werden?
Mit 40 wird das schwierig. Da will man immer noch jung sein, versucht mitzuhalten. Das ist das Alter, in dem viele Sänger ihren Job verlieren, weil sie diese Zeit nicht mit Contenance durchstehen können. Mit 50 ist man selbst erstaunt, was man noch kann und wie man noch aussieht und wie man noch klingt. Mit 60 schließlich wird man bewundert, dass man noch so fit ist. Dann ist es toll, alt zu werden. Nach der letzten Vorstellung von «Katja Kabanova», in der ich die Kabanicha sang, lud ich alle ein und hielt auch eine kleine Rede. Die Karriereleiter, wollte ich den jungen Kollegen vermitteln, geht nicht stets nach oben – manchmal ist ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 103
von Uwe Schweikert
Frédéric Chopin gilt als «größter polnischer Komponist». Derlei Zuordnungen haben in der Regel ihr Richtiges wie Falsches. Denn trotz seiner Polonaisen und Mazurken war der in Paris lebende Chopin weniger ein nationaler als ein «europäischer» Komponist. Und das, obwohl Friedrich Nietzsche 1888 bekannte: «Ich bin immer noch Pole genug, um gegen Chopin den Rest der...
Scheibchenweise geht das bei den Tiroler Festspielen. Und den Überblick haben eigentlich alle verloren, die nicht regelmäßig im Saal des Innsbrucker Gerichts dabei sind. Eine der Entscheidungen in Sachen Gustav Kuhn sticht heraus: Sexuelle Übergriffe in Erl hat die Gleichbehandlungskommission inzwischen bestätigt, rechtliche Wirkung hat das (noch) nicht. In den...
Antonio Salieris «Tarare» ist ein veritabler Opernsolitär – zu einer Zeit, als das Musiktheater noch weitgehend normierte, standardisierte Konfektionsware bot. Anders als bei Mozarts oder Paisiellos Vertonungen von Beaumarchais’ beiden «Figaro»-Schauspielen handelt es sich bei dem 1787 an der Pariser Opéra uraufgeführten Werk um ein Originallibretto des...
