Apropos ... Absagen: Julia Lezhneva
Frau Lezhneva, brauchen Sie eine längere Pause?
Nein, aber ich habe tatsächlich eine ganze Reihe von Produktionen abgesagt. Nach den «Hugenotten» in Brüssel hatte ich das Gefühl, mich übernommen zu haben. Also bin ich meinen Kalender noch einmal durchgegangen. Und habe mit Marc Minkowski gesprochen. Er versteht meinen Fall.
Worin besteht Ihr «Fall»?
Ich bin noch sehr jung. Und meine Stimme ist sehr lyrisch. Im Grunde bin ich bis heute nicht ganz sicher, um was für einen Typ von Stimme es sich bei mir handelt.
Als ich Minkowski vor etwas mehr als zwei Jahren kennenlernte, dachte ich noch, ich sei Mezzo. Gemeinsam mit meinen Lehrern Dennis O’Neill und Yvonne Kenny habe ich erst entdeckt, dass ich eher ein Sopran bin.
Inwiefern war der Page Urbain in den «Hugenotten» zu viel?
Es war nicht die Rolle selbst, sondern das riesige Orchester! Ich hatte außerdem nur jeweils zwei Tage Pause zwischen den Aufführungen. Dazu die hohen Noten, das viele Forte! Noch drei Monate danach fühlte sich meine Stimme irgendwie schwerer an. Da habe ich doch einen Schreck bekommen. Es scheint mir besser, auf eine Reihe von Aufführungen, die geplant waren, zu verzichten.
Für Ihre bei der Firma Naïve ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2012
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Kai Luehrs-Kaiser
Die Berichte über die Unruhen vom Abend des 12. Februar prangten noch auf den Titelseiten der Tagespresse, da waren die meisten Brandspuren schon wieder vom Syntagma- und Omonia-Platz in der Innenstadt Athens beseitigt. Nur 48 Stunden später spielten sich ganz ähnliche Szenen auf der Bühne des modernen Multiplex-Saales Megaron Mousikis ab: Transparente, geballte...
Gäbe es so etwas wie eine Hitparade der klassischen Musik, Lyonels schmachtende Arie «Ach so fromm» mit dem berühmten Schlussseufzer «Martha, Martha, du entschwandest», dürfte sich nach wie vor auf den vorderen Plätzen behaupten, wenn sie auch mittlerweile in der italienischen Version, «M’apparì», die in keinem Recital südländischer Tenorstars fehlt, noch populärer...
Am Dortmunder Opernhaus hat der neue Intendant Jens-Daniel Herzog kein leichtes Erbe angetreten: Die ohnehin katastrophal schlechte Auslastung stürzte in seiner Vorbereitungszeit, in der das Haus nach Christine Mielitz’ vorzeitigem Abgang ohne Führung war, ins Bodenlose ab. Das Dortmunder Publikum schien das Interesse an seinem Opernhaus gänzlich verloren zu haben....
