Intrigenspiel
Unter den Veranstaltungen der zehntägigen Händel-Festspiele bleibt die jährliche Inszenierung einer Händeloper, die das heimische Opernhaus traditionsgemäß beisteuert, künstlerisches Zentrum. Es gibt kaum noch ein Bühnenwerk des Barockmeisters, das nicht schon einmal in seiner Geburtsstadt aufgeführt wurde. Für das Niveau des Festspielorchesters, das auch nach der Fusion des Opernorchesters mit der Staatlichen Philharmonie als Spezialensemble der historischen Aufführungspraxis weiterbestehen wird, ist diese Kontinuität ein Heimvorteil.
Der wird durch die jährliche Einladung eines Dirigier-Spezialisten der Barockszene befruchtet und führte in den letzten Jahren zu einem spürbaren Reifeprozess.
In diesem Jahr war es Michael Hofstetter, der nicht nur beim Eröffnungskonzert glänzte, sondern dem Orchester bei der Neuproduktion von «Rodelinda, Regina de’ Langobardi» (1725) beredten Glanz verlieh. Zudem ließ sich für Händels am dritthäufigsten inszenierte Oper ein Sänger-Ensemble aufbieten, dessen stimmlicher Glanzpunkt erfreulicherweise sogar aus dem eigenen Haus kommt. Romelia Lichtenstein faszinierte in der Titelpartie von Beginn an mit ihrer geschmeidigen Leichtigkeit ebenso wie mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Oje, wenn das der liebe Gott sehen würde: Eine solche Life Story, und das ausgerechnet an einem Ort wie der altehrwürdigen Aldeburgh Church – er würde den Donner hinab zur Erde schleudern, auf dass die Menschen wieder einfache Diener in seinem Weinberg werden mögen. Aber was soll er machen, es ist zu spät. Ohne auch nur einen Funken Anstand zu besitzen, singt...
Früher sprach man gern vom «Fluch der Technik», wenn im Theater etwas schief ging. Hagens Intendant Rainer Friedemann variiert ihn als «der Teufel im PC». Denn erst machte sich bei der Premiere von Alexander Zemlinskys Opernkomödie «Kleider machen Leute» der «klemmende» Computer für die Kulissensteuerung unangenehm bemerkbar, bei der zweiten Vorstellung ging dann...
Die Zeiten sind vorüber, in denen Asiens große Festivals reine Import-Betriebe für Klassik aus dem Westen waren. In Singapur ist diese Tendenz derzeit besonders deutlich zu besichtigen. Stolz ausgestattete Museen feiern die eigene Geschichte, multimedial aufgedonnerte Ausstellungen begeben sich auf die Suche nach der eigenen Identität, und auch das Singapore Arts...
