Vielstimmig

Giacomo Meyerbeer erweist sich nicht nur in seiner letzten Grand Opéra, sondern auch im Lied als musikalisch polyglotter Europäer

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Es war ein Traum. Und eine Riesenanstrengung. Aber auch ein Sog, der alle mitriss. Noch immer klingt sie nach, die «Wiederentdeckung» der Opernsaison 2012/13, Meyerbeers letzte Grand opéra. Als Bernhard Helmich und Frank Beermann vor rund zehn Jahren beschlossen, das unter dem Namen «L’Africaine» bekannte Schmerzenskind des Komponisten endlich in der ursprünglichen Gestalt auf die Bühne zu bringen, ahnten sie wohl selbst nicht, welches Abenteuer da aufzog.

Zwar konnten der Intendant und sein Chefdirigent für die Chemnitzer Uraufführung des «Vasco de Gama» im Februar 2013 erstmals die von Jürgen Schläder erarbeitete historisch-kritische Ausgabe der Partitur nutzen; doch erst im Zuge der Probenarbeit zeichnete sich das ganze Risikopotenzial der tollkühnen Mission ab – zumal für ein mittelgroßes Haus wie die Oper Chemnitz.

Der Teufel steckt vor allem im musikalischen Detail – in jener lyrisch grundierten und doch unmittelbar gestischen, kaleidoskopisch aufgefächerten und doch dramaturgisch raffiniert stringenten Klangfarbensprache, die Meyerbeers Bearbeiter François-Joseph Fétis nach dessen Tod 1864 eigenmächtig verstümmeln sollte. Das pessimistisch-lakonische Drama um eine vergebliche ...

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Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 20
von Albrecht Thiemann

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