Schöne Stimmung

Mahler mit Michael Volle, Christian Thielemann und den Münchner Philharmonikern

Opernwelt - Logo

Thielemann & Wagner, Thielemann & Strauss, auch Thielemann & Bruckner – diese Firmenschilder musikalischer Unternehmungen waren bislang eher geläufig. Thielemann & Mahler weniger. Zumindest außerhalb von München. An der Isar hatte Christian Thielemann 2011, noch in seiner Eigenschaft als Chefdirigent der dortigen Philharmoniker, sogar mal die «Symphonie der Tausend» aufgeführt. Aus dem gleichen Jahr stammt die vorliegende, nun erst veröffentlichte Aufnahme mit acht «Wunderhorn-Liedern» und dem Adagio der Zehnten.

Wobei vor allem Letzteres durchaus überrascht, hatte der Dirigent damals in einem Interview doch erklärt, dass Gustav Mahler für ihn «eher eine Entdeckungsreise in eine umbekannte Tierwelt» sei: «Wilde Tiere im Amazonas-Delta, der Urwald wächst und gedeiht, es regnet schwer, das ganze Orchester entdeckt mit» – das sei doch eine «schöne Stimmung».

Dies bezog sich freilich auf die Achte. Das Bild passt aber auch recht gut auf die «Wunderhorn-Lieder», die Thielemann vor sieben Jahren mit dem klangvollen, dabei stets nuancierten Bariton Michael Volle zur Aufführung brachte. Und mit Einschränkungen selbst auf das Adagio der Zehnten, zumindest wenn man an das Stück so herangeht ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 34
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Melodiöse Eleganz

Ein französischer Komponist aus der Zeit Ludwigs XIV., dessen Name nicht geläufig ist – das macht zumindest neugierig. Umso mehr, als der selbst im Bielefelder Katalog kaum vertretene Nicolas Bernier (1665-1734) hier mit Kammerkantaten vorgestellt wird, deren Meisterwerke von Campra über Clérambault bis zu Montéclair und Rameau bekannt sind und in zahllosen...

Ergreifend

Schon das erste Bild fasziniert in seiner suggestiven Erzählkraft: Das vielfach verflochtene Schicksalsseil der Nornen hängt, den gesamten Hintergrund ausfüllend, in zwei riesigen Knoten aus dem Schnürboden herab. Ein gelungener Entwurf der für das Bühnenbild zuständigen japanischen Installations- und Performancekünstlerin Chiharu Shiota – klar in der Optik,...

Die Opernachse Berlin-Bayreuth

Wie das von der Markgräfin Wilhelmine verantwortete Musiktheater aussah, sofern es nicht Opern eines Starkomponisten nachspielte, lässt sich an «L’Huomo» studieren. 1754 kam diese «Festa teatrale» im Markgräflichen Opernhaus heraus – eine Mischform, die Elemente der italienischen Opera seria ebenso aufgriff wie der französischen «Fête en Musique». Von Wilhelmine...