Plädoyers für die Landessprache
In einer Zeit, in der jedes deutsche Provinztheater «Jenufa» auf Tschechisch und «Eugen Onegin» auf Russisch spielt, wobei die Sänger, die sich ihren Text phonetisch eingehämmert haben, nicht verstehen, was sie singen (und das Publikum erst recht nicht), ist die Renaissance der Rundfunkaufnahmen aus der Zeit des Wirtschaftswunders ein heilsames Korrektiv. Statt der Schimäre des Authentischen nachzujagen, hat man sich damals auf die Vermittlung des musikdramatischen Inhalts konzentriert und die deutsche Sprache dabei nicht als Hindernis, sondern als Katalysator empfunden.
In anderen Ländern hat man mit dem Einsatz der Muttersprache auch weiterhin keine Probleme, wie die bis heute erfolgreiche Serie «Opera in English» bei Chandos zeigt. Fünf CD-Veröffentlichungen von europäischen Funkproduktionen, die ursprünglich nur für den Sendebedarf gedacht waren, plädieren mehr oder minder überzeugend für den Gebrauch der Landessprache.
Ein sehr frühes Dokument kulturellen Wiederaufbaus hat jetzt das Schweizer Label Relief mit einem vom NWDR (später NDR) produzierten «Faust» aus dem Jahr 1949 erstmals komplett veröffentlicht. Gounods Oper wird hier unter Wilhelm Schüchters kompetenter Leitung ...
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Die Saarbrücker Generalintendantin Dagmar Schlingmann hat für ihre Inszenierung von Rossinis «Barbier von Sevilla» an der Commedia dell’arte Maß genommen. Herausgekommen ist allerdings wenig mehr als eine müde Posse. Originell geriet der Beginn, wenn Almavivas Ständchen auf die von ihrem Vormund Bartolo unter Verschluss gehaltene Rosina vom karikierten Auftritt...
Frau Garanca, dürfen wir kurz aus einer Oper zitieren?
Ich bin gespannt.
Also: «Stirb, Ungeheuer, durch unsere Macht!»
O Gott!
Denken Sie noch manchmal an jene fernen Zeiten, als Sie das gesungen haben? An das Südthüringische Theater zu Meiningen in der Saison 1999/2000?
Ja, schon. Und ich mache mir manchmal schon Gedanken, was gewesen wäre, hätte ich dieses...
Auf ihrer Website stellt sie sich als Stimmsolistin, Schauspielerin, Sängerin und Cellistin vor. Salome Kammer hat diese Reihenfolge zweifellos bewusst gewählt. Dass die Vokalkunst, der experimentelle Einsatz der Stimme an erster Stelle steht, ergibt sich aus der Laufbahn dieser von vielen Musen geküssten Klangrednerin, die aus einem kinderreichen hessischen...
