Neues in nicht immer gänzlich neuem Gewand
Das gibt es auch nicht alle Tage. Eine junge Regisseurin wirft zwei Tage vor der Premiere hin und reist ab, weil man sie um ein paar kleine szenische Änderungen bittet. So geschehen im Next Liberty, einer Nebenspielstätte der Grazer Oper. Dort versuchten sich vier Nachwuchskomponisten aus den Klassen etwa von Beat Furrer oder Georg Friedrich Haas an Kurzformen musiktheatralen Schaffens. Vor allem drei Dinge wurden dabei deutlich: Es gibt begabte junge Komponisten/innen; zu viel Orientierung an einem Lehrer ist eher schädlich; ein unausgewogenes szenisches Konzept kann viel zerstören.
In einer Bühnenlandschaft aus Notenbögen, alten Grammofonen, Filmprojektoren, Tonbandgeräten mit herausquellenden Bändern und im Raum verstreuten Instrumenten und Musikern, bewegt sich ein Haufen Menschenmaterial. Es handelt sich um die Statisterie der Grazer Oper, die Notenpapier faltet, Projektoren bedient, telefoniert, immer wieder schreit, das Licht an- und ausmacht oder schlicht herumrennt. Laut Anna Malunat handelt es sich um Tonsammler. Reichlich kafkaesk das Ganze. Da singt jemand ein bisschen, und schon gruppieren sich Notizbuchschreiber und ein Dirigentendouble um ihn. Was und wie da genau ...
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Eine Ausgrabung, die es in sich hat: Das Theater Hof präsentiert (als Koproduktion mit dem Vorpommerschen Theater Stralsund) die erst 1965 in Prag aufgefundene, 1995 in Bielefeld von John Dew uraufgeführte Oper «Der Sturz des Antichrist» von Viktor Ullmann. Der Komponist, der 1944 in Auschwitz ermordet wurde, bezeichnete das Werk, das er 1935 auf der Basis eines...
Es händelt stark an der Rheinschiene: Der wunderbare «Saul» in der Regie Dietrich Hilsdorfs war gerade wieder in Bonn zu sehen, Bonn und Wiesbaden bringen in Kürze «Julius Cäsar» auf die Bühne – und Koblenz steuert eine szenische Version der «Susanna» bei. Kaum je wird das Oratorium von 1749 im Konzert aufgeführt, noch seltener ist es in szenischen Umsetzungen zu...
Über dieser Premiere hingen dunkle Wolken. Intendant Albrecht Puhlmann und der ursprünglich vorgesehene Regisseur David Alden hatten sich bei Probenbeginn so zerstritten, dass Alden das Stück zurückgab. Puhlmann gelang es, Calixto Bieito zu gewinnen, der «Jenufa» noch nie inszeniert hatte, mehr oder weniger die Bühnenbild- und Kostümentwürfe seines Vorgängers...
