Apropos...Repertoire
Herr Nelsons, warum dirigieren Sie am liebsten Repertoirevorstellungen?
Ich bin auch für neue Produktionen zu haben, aber sie sind oft zu zeitraubend. Außerdem kommt die Musik dabei vielfach nur an zweiter Stelle. Das sage ich, obwohl ich in Bayreuth sehr gute Erfahrungen mit Hans Neuenfels gemacht habe. Ein cleverer Mann, der Provokationen nicht aus Unkenntnis, sondern aus Kenntnis der Sache einkalkuliert. Es ist so: Wenn ich den «Rosenkavalier» mache, möchte ich ihn zunächst in zwei, drei verschiedenen Repertoire-Produktionen dirigieren – um mich ausprobieren zu können.
Außerdem sitzen nicht so viele Kritiker im Parkett!
Genau, es ist weniger gefährlich. Man kann sich ungestörter entwickeln. Und wir jungen Dirigenten haben Entwicklung noch bitter nötig!
Im Mai dirigieren Sie in Berlin «Madama Butterfly» mit Ihrer Ehefrau Kristina Opolais. Dirigieren Sie Ihre Frau anders?
Ja, weil wir uns so genau kennen. Meine Frau und ich haben uns schon in Riga kennengelernt, bei «La Bohème». Allerdings dirigiere ich für jeden Sänger anders. In Bayreuth habe ich bei Jonas Kaufmann als Lohengrin anders dirigiert als bei Klaus Florian Vogt. Ich war früher selbst Sänger und weiß, dass es auf ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Kai Luehrs-Kaiser
Bei aller Düsternis, Schwärze und depressiven Kraft hat der Abend auch etwas von einer Etüde. Er wirkt so, als wolle die Oper sich versuchsweise mit dem sogenannten postdramatischen Theater abgleichen. Als würde Andrea Breth, die nicht nur vom Schauspiel kommt, sondern auch Schauspiel unterrichtet, mal ausprobieren, wie viel man rüberholen kann in die andere...
Sinnlichkeit auf der Bühne und intellektuell-übersinnliche Diskurse schließen einander nicht aus. Zu Zeiten von «Regietheater» und «Postdramatik» geht es um Grundfragen zum Komplex Werk/ Werktreue. Haben die Begriffe noch Sinn? «Was ist Werk, was Treue?», lautet der Untertitel eines Buchs, dem ein Symposium von 2010 zugrunde liegt, Teil des Zürcher...
Ein kleiner, weiß auf schwarz gestrichelter Stern leuchtet auf. Er wird größer, nimmt die Zuschauer mit ins Wunderreich der Nacht, ins Weltall, wo Planeten kreisen und Myriaden von Sternen. Die Reise endet im Nichts, in der Auslöschung. Es gibt kein Glück, weder in Cornwall noch auf Kareol, weder für Tristan noch für Isolde. Das ist in Hermann Schneiders...
