Psychodrama und Pathos
Dresden hat in der Aufführungsgeschichte von Webers «Freischütz» von Anfang an eine bedeutende Rolle gespielt. Zwar fand die Uraufführung der Oper 1821 in Berlin statt, doch die Dresdner Premiere am 26. Januar 1822 stand unter der Gesamtleitung des Komponisten und war damit gleichsam autorisiert. Die 1000. Vorstellung des Werks wurde am 21. Oktober 1951 gefeiert. Die Inszenierung von Paul Hager war zwei Jahre zuvor herausgekommen, und der beträchtliche Erfolg dieser Produktion veranlasste den MDR, sie unter Studiobedingungen komplett aufzunehmen.
Auf Initiative des Dirigenten Hermann Scherchen experimentierte man damals bei diesem Sender mit der Stereofonie. Zwar besaß man dafür eigentlich noch gar nicht die technischen Voraussetzungen (das war erst zwölf Jahre später so weit), doch auch die simulierte Stereotechnik verfehlte ihre Wirkung nicht und wurde als Pionierleistung bewundert. Das Label «Profil» hat dieses bemerkenswerte Tondokument, das in selten geglückter Synthese die Dramatik eines Opernabends mit gediegener Hörspielkultur verbindet, jetzt neu zugänglich gemacht.
Von der Dresdner Staatskapelle darf man hier noch nicht die orchestrale Brillanz der späteren Aufnahme (1973) ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Medien, Seite 30
von Ekkehard Pluta
Am 6. Juli 2013 jährt sich zum vierzigsten Mal der Todestag Otto Klemperers. EMI Classics greift aus diesem Anlass tief in ihre Archivbestände und legt die diskografische Hinterlassenschaft des Dirigenten, der als strenger Sachwalter des klassisch-romantischen Repertoires Interpretationsgeschichte geschrieben hat, in einer voluminösen, auf 78 CDs berechneten...
Der Plan war ehrgeizig, und alle Beteiligten haben ihn ernst genommen. Trotzdem konnte er nicht funktionieren. Immerhin: Das Scheitern ist legendär. Jetzt lässt sich genauer als je zuvor nachverfolgen, was im Januar 1966 in einem überheizten Aufnahmestudio in New York passiert ist. An drei Tagen sollten Elisabeth Schwarzkopf und Glenn Gould Lieder von Richard...
Viele Aufführungen von Claude Debussys «Pelléas et Mélisande» gab es nicht im Jahr seines 150. Geburtstags. Dafür jetzt zwei gewichtige Premieren des Rätselstücks in Essen und Frankfurt am Main (Foto). Beide waren exzellent besetzt. Die Bühnenästhetik könnte unterschiedlicher kaum sein. Ein Vergleich.
An zwei Opernhäusern Berlins hat Hans Neuenfels inszeniert, nun...
