Im Focus der Opernwelt: März 2010
Filmemacher haben bislang meist versagt, wenn sie sich an der Oper versuchten. Der choreografische Blick dagegen hat immer wieder zu erstaunlichen Impulsen geführt. Bei Rameau, dessen Komödie «Les Paladins» Arila Siegert jetzt in Düsseldorf auf die Bühne brachte, gehört die Verschränkung der Medien ohnehin zur Sache selbst. In Wiesbaden profitierte Verdis burlesk-weiser «Falstaff» von der klaren Personenregie des Choreografen Christian Spuck. Und an der niederländischen Reisopera in Enschede setzte die Regisseurin Monique Wagemakers im «Ballo in maschera» auf Körpersprache.
Aber auch ein genuiner Opernmann wie John Dew kann aus stilisierten tableaux vivants Funken schlagen. Es liegt so nah und war doch eine grandiose Idee: Carl Orffs von ihm selbst verurteiltes Jugendstück «Gisei» mit seinem Spätwerk «De temporum fine comoedia» zu kombinieren. Das Staatstheater Darmstadt hat daraus einen wichtigen Abend gemacht. Choreografisch gedacht war auch vieles in der neuen Hamburger «Lucia di Lammermoor». Dass sie nicht funktionierte, hat andere Gründe. In Kopenhagen spielt man das große Venusberg-Ballett des «Tannhäuser», während Halle auf die Dresdner Fassung setzt (mit Bayreuths ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Anfang ist apart. Während die Musik Takt für Takt zur Besinnung (und richtigen Intonation) gelangt, erleben wir auf der Bühne die Vision einer Vision. Sie spielt in einem opulenten Arbeitszimmer, das den Blick panoramagleich freigibt auf eine Landschaft aus schneebedeckten Bergen. Über allen Gipfeln Ruh’, vitalisierte Luft, Obersalzberg, das Gefühl von...
Wer Gelsenkirchen sagt, denkt nicht in erster Linie an Kultur. Die am Nordrand des ehemaligen Kohlereviers gelegene Stadt war bis in die 1970er-Jahre das Zentrum der westdeutschen Montanindustrie. Die großen Zechen und Schachtanlagen, Monumente der Industriearchitektur, sind hier wie andernorts längst stillgelegt. Heute ist der Fußballverein Schalke 04 das...
Das Opernhaus in der französischen 120 000-Einwohner-Stadt Metz gehörte über Jahrzehnte nicht zu den auffälligen im Lande. Auch wenn man sich, dem corporate design der Stadt folgend, «Opéra-Théâtre de Metz Metropole» nennt, war von metropolitanem Flair wenig zu spüren. Aber das Profil hat sich geändert in den letzten Jahren, seit der Bühnenbildner und Regisseur...
