Im Idealfall süchtig
Die Cottbuser können sich beim Betriebsrat des Hallenser Opernhauses bedanken. Der hat ihnen nämlich Martin Schüler in die Arme getrieben. «In der DDR gab es ja die Absolventen-Einsatzkommission», erzählt der 1958 geborene und an der Berliner Eisler-Hochschule ausgebildete Regisseur. «Nach dem Studienabschluss musste man eine Prüfung ablegen und wurde dann einem Theater zugeteilt.» Schüler wird nach Halle geschickt. «Für einen Anfänger war so ein automatischer Berufseinstieg natürlich zunächst einmal eine gute Sache.
» Dann aber kommt die Wende, die politischen Restriktionen fallen weg. Dafür verlangt plötzlich die Arbeitnehmervertretung des Theaters, dass ihr jedes Inszenierungskonzept zur Freigabe vorzulegen sei.
Entrüstet kündigt Schüler, blickt, inmitten des Wiedervereinigungstaumels, zwei Wochen lang in eine ungewisse Zukunft – und bekommt dann einen Anruf vom zuständigen Herren der Absolventen-Einsatzkommission. Was er denn nun plane, will der Mann am anderen Ende der Leitung wissen. Als Schüler antwortet, er wolle als Nächstes «Operndirektor lernen», erzählt er ihm von der frei werdenden Stelle in Cottbus.
Schüler bekommt den Job. Und weil es gut klappt mit ihm und dem Haus, ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Fredrik Hanssen
Martin Shkreli – laut BBC der meistgehasste Mann der USA, stets mit einem schmierigen Lächeln im Bubengesicht – pries kürzlich vor Gericht den Turbokapitalismus: «In dem System, in dem wir leben, musst du alles in deiner Macht Stehende tun, um den Gewinn zu maximieren. Das ist Business. Da kannst du keine halben Sachen machen ...». Shkrelis Pharmafirma hatte den...
Zangezi» ist so etwas wie das Opus summum des russischen Futuristen Velimir Chlebnikov (1885-1922). Ein als Drama konzipierter, im Grunde aber epischer Text, in dem er die fundamentalen Themen seines Schreibens zur Synthese zu führen sucht: Der Prophet «Zangezi» ist ein Alter Ego des Autors, die ihm in den Mund gelegten Spekulationen – etwa über die nach...
Es mag sein, dass diese Frau etwas ganz anderes ist. Keine Untote, die durch die Zeitalter geistert, dabei «Hunderte Kinder» hinterlässt, wie sie selbst behauptet – und fast ebenso viele gebrochene Herzen. Irgendwann steigt Emilia hier die kleine Showtreppe hinauf, breitet den Reifrock aus wie das Gefieder eines prächtigen Vogels, umkränzt von einem Koronagitter....
