Stockhausen auf Youtube
Hier geht es ums Ganze. «Kunst ist das größte, menschlichste und erhabenste politische Spiel», so steht es auf dem Transparent, das Hans Sachs während des Vorspiels auf der karg ausgestatteten Bühne installiert. Der Spruch wirkt zwar plakativ und pauschal, aber hier, in einer schleichend ausdünnenden Kulturlandschaft, hat er seinen Sinn.
Warum sollte man in Halle schon wieder die althergebrachte «Meistersinger»-Thematik von künstlerischer Tradition und Innovation diskutieren? In dem kulturpolitischen Rahmen, innerhalb dessen ein kleines mitteldeutsches Opernhaus das Mammut-Lustspiel stemmt, stünde so eine Diskussion auf elfenbeinernen Füßen. Denn dieser Rahmen wird heute vor allem von der Frage bestimmt, ob Kunst eine Finanzierung aus Steuermitteln noch wert ist oder nicht.
Die Plakat-Aktion zeigt an, dass der Katastrophenfall schon eingetreten ist: Mit ihr wird Sachsens Schlussansprache vorweggenommen, ein wütendes, einsames Plädoyer für ästhetisches Denken und Handeln. Am Ende ist Sachs dann gänzlich verlassen – der Schlusschor kommt aus Lautsprechern. Auch die übrigen Meister von Halle finden sich als vereinzelte, verunsicherte Sonderlinge mit ihrem skurrilen Hobby ...
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Peter de Caluwe hatte sich für seinen Einstand als Intendant des Théâtre de la Monnaie ein anspruchsvolles Programm ausgedacht. Zur Eröffnung bot das Haus eine semiszenische Aufführung von Schönbergs «Gurreliedern». Sodann kam Hans Werner Henzes «Phaedra»-Oper aus Berlin (siehe OW 11/2007). Schließlich stand Mozarts erste Seria «Mitridate, Re di Ponto» auf dem...
Zur Ouvertüre färbt sich das Bühnenlicht ätherisch blau. Im leichten Dunst entschwebt eine Figur gen Himmel: Lucia. Dann die Überblendung: ein großer, kahler Raum, mit hohem Fenster, in Weiß-Grau gehalten, vor das sich immer wieder schwarze Wände schieben. In der Mitte ein riesiges Bett, in dem Lucia träumt. Von ihrer Kindheit und Jugend, als sie noch mit Puppen...
Es war ein leiser Abschied. Nicht einmal Verehrer wussten davon. Ende 2003 zog sich Julia Varady vom Podium zurück. Auf der Opernbühne war sie schon Jahre zuvor nicht mehr aufgetreten. Nach vierzig Jahren öffentlichen Singens wollte sie sich aufs Unterrichten konzentrieren. In Frankreich warfen ihr die Zeitungen Blumen hinterher, in Deutschlands Musikszene wurde...
