Aus dem Leben eines Taugenichts
Es gibt da ein Spiel, das Opernfans in England gern spielen. Es heißt «Richard Jones Bingo» und geht so: Man geht in eine Jones-Inszenierung. Und jedes Mal, wenn man eins seiner Markenzeichen sieht, gibt’s ein Kreuzchen. Eine Blümchentapete? Ein Waschbecken? Ein Sänger, der seltsame Verrenkungen macht? Bingo!
Gerade laufen in Glyndebourne die Proben für den «Rosenkavalier». Ich spiele Valzacchi, diesen skrupellosen Tratschonkel. Da müsste ich eigentlich ganz ungeniert alles ausplaudern dürfen. Wie die Kulissen aussehen. In welcher Epoche Richard das Stück ansiedelt.
Ob es einen riesigen Saurier auf der Bühne gibt ... Leider sind wir alle an eine Art Code gebunden. Eine Frage der Ehre und so, Sie wissen schon. Sie können mich sogar rausschmeißen, wenn ich nicht den Mund halte. Und das will ich denn doch nicht.
Es ist Richards erster Strauss, was mich überrascht. «Schätze, ich war Glyndebournes fünfte Wahl», vertraut er mir an. «Ich auch», sage ich ergeben. In meinem Fall ist das keine falsche Bescheidenheit. Ich habe schon einen Kollegen getroffen, der Valzacchi singen sollte. Er konnte nicht, man kam auf mich. So läuft der Hase in einem Sängerleben: Beleidigtsein sinnlos. Mal ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Magazin, Seite 81
von Christopher Gillett
Die Verleumdung – la calunnia – sie ist ein Lüftchen … Christian Jost (Jahrgang 1963) muss gar nicht Rossini bemühen, um das zu unterstreichen. In seiner 2012 in Antwerpen uraufgeführten Oper «Rumor» nach Guillermo Arriagas Roman «Der süße Duft des Todes» macht der Komponist das Gerücht zum zentralen Motiv (siehe OW 5/2012). Sein Urheber ist gleichwohl keine Figur...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
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www.theater-aachen.de
– Don Carlo: 2., 14., 18.
– Alcina: 9., 11., 24., 31.
– Leoncavallo, Requiem (Abdullah): 10.
– Der Barbier von...
Ob die Erkenntnis, alles sei schon mal dagewesen, tatsächlich vom legendären Rabbi Akiba ben Josef stammt, wissen wir nicht. Eher anzunehmen, dass der Dramatiker Karl Gutzkow ihm diesen Spruch in den Mund gelegt hat. Auf jeden Fall erleben wir beim Betrachten der Inszenierung von Verdis «Luisa Miller» aus dem Opernhaus zu Malmö ein solches Déja-vu. Denn das...
