Übermalungen
Helge Leiberg sitzt im Parkett des Magdeburger Opernhauses an Overhead-Projektoren und malt. Was er auf die Folien wirft, wird live auf Leinwände und Personen projiziert, auch auf Marie-Luise Strandts weißen Kubus, der mittlerweile zu so etwas wie einem Markenzeichen der Inszenierungen von Arila Siegert geworden ist. Diesmal wirkt er verbraucht. Wenn Titelheld Otto II. nach siegreicher Seeschlacht den Piraten Emirenus an Land bringt, zieht Leiberg einen gelben Strich für den Strand und einen blauen für das Meer. Wenn die Szene einen Garten darstellt, sprießen Blumen und Bäume.
Und in der Sturmszene, die die Regisseurin im dritten Akt einfügt, weil Händel sie im Libretto voraussetzt, aber nicht komponiert hat, malt Leiberg eine Karavelle, die in einer Sintflut aus Wasserfarben eindrucksvoller versinkt als in Telemanns doch recht filigraner «Hamburger Ebb und Fluth»-Musik «Der stürmische Aeolus».
Siegert greift zu Live-Übermalungen, um die häufigen Szenenwechsel der Barockbühne zeitgemäß zu umgehen. Es gibt aber auch einen dramaturgischen Grund: Teofanes «Falsa immagine» ist eine Bildnis-Arie. Die byzantinische Prinzessin hat sich zu Hause in das Porträt des deutschen Kaisers ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Boris Kehrmann
Welche Brünnhilde ist am schwersten zu singen?
Für mich die der «Walküre», weil sie sehr tief liegt. Ich mache immer drei Kreuze, wenn’s vorbei ist. Die «Siegfried»-Brünnhilde singt sich dagegen wie nix. Und bei «Götterdämmerung» hat man vom Spiel her einen anderen Zugriff. Bei der «Walküre» hat meine Lehrerin Ingrid Bjoner immer gesagt: «Ach Gott, diese...
Ob die Erkenntnis, alles sei schon mal dagewesen, tatsächlich vom legendären Rabbi Akiba ben Josef stammt, wissen wir nicht. Eher anzunehmen, dass der Dramatiker Karl Gutzkow ihm diesen Spruch in den Mund gelegt hat. Auf jeden Fall erleben wir beim Betrachten der Inszenierung von Verdis «Luisa Miller» aus dem Opernhaus zu Malmö ein solches Déja-vu. Denn das...
Markus Eiche
Residenzverträge an der Wiener Staatsoper und Bayerischen Staatsoper in München, Einladungen aus aller Welt. Doch Oper ist nicht das Einzige, was Markus Eiche (Jahrgang 1969) interessiert. In Bayreuth wird er diesen Sommer im «Tannhäuser» den Wolfram singen.
Sasha Waltz
Halb zog er sie, halb sank sie hin: Richard Wagner und Sasha Waltz – dieses Gespann...
