Phantom der Oper
Vom Hellen ins Dunkle führen viele Wege. Das wussten nicht nur die Dichter der (deutschen) Romantik. Aber vielleicht waren sie, im frühen 19. Jahrhundert, die ersten, die der amorphe Zauber der Finsternis mehr bewegte als das Licht der ordnenden Vernunft. Ihre Märchen und Novellen, ihre Romane und Verse kreisen vor allem um das Abgründige, Geheimnisvolle, Unerklärliche – in sprachmächtigen Bildern, die «die unendlich schöpferische Musik des Weltalls» (Novalis) gegen die Zumutungen eines durchrationalisierten Lebens verteidigen.
Bei Eichendorff, dessen Todestag sich unlängst zum 150. Mal jährte, schwingt in jeder Zeile die Trauer über die Entzauberung der Welt durch Wissenschaft und Technik mit, das tiefe Unbehagen an einer Zivilisation, in der die Natur zur «einförmigen Maschine erniedrigt worden» sei. Brentano, Chamisso, Hölderlin, Tieck – sie einte, über alle Unterschiede hinweg, die skeptische Distanz zum «stahlharten Gehäuse» der Moderne (Max Weber).
Mit dem «grauen Licht der gewöhnlichen Aufklärung» (Rüdiger Safranski) hatte auch E. T. A. Hoffmann seine liebe Not – gewiss der schwärzeste Poet eines fortschrittskritischen Bewusstseins, das der dürren, zweckrational ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Alle, die auszogen, das Fürchten zu lernen, begegneten dem Tod draußen auf der Balustrade. Erschreckend grimmig schien er, die Sense drohend in der Hand. Auch an jenem heißen Sommertag, zumindest bis zum Moment, da jemand aus dem benachbarten Gastgarten rief: «Herr Wondraschek, Ihr Bier wird warm!». Worauf die Geisterbahnfahrt im Wiener Prater zumindest für einige...
Im Juli 2005 auf der Bühne des Prinzregententheaters gezeigt, war Christoph Loys Produktion von Händels «Alcina» einer der größten Erfolge in der Geschichte der Münchner Opernfestspiele. Von einer «frappierenden Lebendigkeit und Frische, aber auch Innigkeit und Tiefe» des Bayerischen Staatsorchesters unter Ivor Bolton wusste «Opernwelt» (siehe OW 09-10/2005) zu...
Herr Kaufmann, Sie haben jetzt einen Plattenvertrag bei einem großen Label. Jetzt geht es auf die Autobahn. Promotion, Konzerte. Wollen Sie das?
Wenn man einmal seinen Fuß da reinsetzt, dann muss man das machen. Ich habe mich lange gesträubt, einen solchen Vertrag zu unterschreiben, ich hatte schon öfters Gespräche, wollte es aber nie, wollte meine Projekte machen,...
