Schlager und Raritäten
Auch wenn die ursprünglich für das diesjährige Festival in Macerata geplanten Neuproduktionen von Verdis «Attila» und Hindemiths «Neues vom Tage» aus finanziellen Gründen gestrichen bzw. verschoben werden mussten, war die 44. Saison in der Arena Sferisterio (den Bau hat man Mitte des 19. Jahrhunderts als Stadion für eine lokale Variante des Pelota-Spiels errichtet) doch ein durchschlagender Publikumserfolg.
Dabei setzen die Veranstalter in Macerata keineswegs nur auf Mainstream-Angebote – trotz einer einhundert Meter breiten Bühne, die Regisseure wie Bühnenbildner vor schier unlösbare Probleme stellt. Die Akustik freilich ist exzellent, und selbst nach einer unlängst aus Sicherheitsgründen erwirkten Reduzierung der Sitzplätze finden immer noch respektable 2500 Zuschauer in der Arena Platz. «Carmen» und «Tosca» waren in diesem Sommer nahezu ausverkauft – kein schlechtes Ergebnis angesichts des Umstands, dass die beiden für Open-Air-Aufführungen prädestinierten Hits in diesem Jahr auch in Verona auf dem Spielplan standen.
Mit der neuen «Carmen» lieferte Dante Ferretti seine erste Opernregie ab. Ferretti zählt zu den meistgefragten Ausstattern der Filmbranche: Neunmal war er für einen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das 12. Opernfestival Gut Immling stand unter dem Motto «Belcantozauber» – und fand in neuem, leuchtend blauem Gewand statt: Mit Sponsorengeldern wurden Wände und Dach der Theaterscheune isoliert und gestrichen. So ist der Raum zu jeder Jahreszeit wohltemperiert, bei Regen prasselt es weniger laut als bisher. «Nun kann man auch Pianissimo spielen», schwärmt...
Zum Wesen des Skandals gehört eine Halbwertzeit, die gegen null tendiert. Je größer die Aufregung, je lauter das Gebrüll, desto schneller ist die Querele verflogen. Oft kann man sich schon wenige Tage nach den Tumulten nicht mal mehr genau an den Casus Belli erinnern. Plötzlich gilt die soeben noch heftig befehdete Sache als hip, man jubiliert, gibt sich mit dem...
Ein Komponist, den kaum ein Opernführer auch nur zu nennen weiß: Pietro Raimondi, 1786 in Rom geboren und dortselbst 1853 als Kapellmeister der Peterskirche gestorben. Dabei hat er sich schon rein quantitativ mit seinen – laut Riemann – 62 Musiktheaterwerken zumindest in die Annalen der italienischen Bühnen eingetragen. Seine von der Neuburger Kammeroper als...
