Zurück zur Tradition?
Es ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen für den Kulturbetrieb, dass die Debatten um die großen Institutionen primär den Namen gelten. Aus der Sache heraus wird selten argumentiert. Stattdessen erhält die obligate Frage: Wer wird’s? immer mehr Gewicht. Noch bei der Soap Opera um die Bayreuth-Nachfolge konnte man sich kaum des Eindrucks erwehren, dass es nicht in erster Linie um Konzepte, gar Zukunftsvisionen ging, sondern weit mehr ums politisch-personale Kräftegeschiebe.
In Erinnerung sind noch die endlosen Spekulationen und Gerüchte, wer denn nun Karajan bei den Berliner Philharmonikern beerbe – ein Vorgang, der sich, auf niedrigerer Flamme, beim Wechsel von Claudio Abbado zu Simon Rattle wiederholte. Nun, Bayreuth ist ein Festspiel-Unternehmen, die Berliner sind vor allem ein Konzertorchester.
Bei den Opernhäusern sind Strukturen und Ansprüche sehr viel komplexer: Sie sollen möglichst viel spielen, ein quantitativ wie stilistisch-zeitlich breitgefächertes Repertoire anbieten, Stars präsentieren, Tradition und Moderne verbinden und dabei neue und neueste Tendenzen des Komponierens, aber auch der Theaterästhetik, inklusive Tanz, Film, Video und Performance, einbeziehen. Zugleich ...
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Frau Soffel, eine Hexe zu singen, ist für eine Sängerin auf den ersten Blick nicht besonders reizvoll. Was lässt sich da außer Keifen und Zaubersprüche Murmeln überhaupt noch machen?
Moment, scheren Sie bitte nicht alle Hexen über einen Kamm. Die Hexe aus «Rusalka» hat für mich überhaupt nichts mit Humperdincks Knusperhexe zu tun, die konkurrenzlos fünfhundert Jahre...
Italienische Oper wird in London schon seit 1705 gegeben. Bis heute bildet sie den größten Posten auf den Spielplänen der britischen Hauptstadt. Freilich bietet der Fundus italienischer Barock- und Belcanto-Opern eine solche Fülle interessanter Werke, dass man immer wieder auf Stücke stößt, die noch nie oder seit Ewigkeiten nicht mehr zu erleben waren. So...
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