Apropos... Silberstimme
Ärgert es Sie eigentlich, wenn Sie immer wieder auf den «Freischütz»-Film angesprochen werden?
Vor einem Jahr habe ich entschieden, dass ich nicht mehr selbst darauf hinweise, weil ich mich ja nicht immer auf meine Anfänge berufen muss. Prompt wurde ich nicht mehr darauf angesprochen – bis jetzt! Der Film war einfach ein großes Glück für mich. Tolle Kollegen, die perfekte Rolle. Ich hatte wenig Zeit für die Vorbereitung und konnte mich gleich reinwerfen. So was mag ich.
Warum das frühe Risiko der Freiberuflichkeit?
Ich hatte sowieso nur einen Residenzvertrag für drei Produktionen. Dann kamen der «Freischütz»-Film und parallele Anfragen. Die Entscheidung war also gar nicht so schwierig. Wenn ich irgendwo fest gewesen wäre, hätte ich Venedig, Salzburg, Zürich und Baden-Baden nicht annehmen können … Vielleicht bin ich irgendwie mehr gemacht für das, was ich gerade tue, als fürs Ensembletheater. Aber das kann sich auch ändern.
Zurzeit singen Sie sehr viele Konzerte. Die Oper scheint ein wenig ins Hintertreffen zu geraten.
Nach Abschluss meines Studiums 2012 habe ich zwei Jahre fast nur Oper gesungen, war dadurch auch kaum zu Hause. Das war zwar sehr spannend, doch beim dritten Mal in ...
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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Markus Thiel
Ein Debüt kurz vor dem 80. Geburtstag, dann auch noch im erweiterten Kernrepertoire – doch, das gibt es, sogar bei Zubin Mehta. Giuseppe Verdis «Un ballo in maschera» hat er bislang nie im Rahmen einer szenischen Produktion dirigiert, bis jetzt, bis zur heftig bejubelten Heimkehr an sein früheres Haus. Und vielleicht muss man sich dabei auch nicht mehr, nach vielen...
Gestern haben wir uns ein Musical angesehen. Von mir aus wär ich wohl kaum hingegangen, aber eine Freundin hat da mitgemacht. Versteht sich von selbst, dass wir nachher auch hinter die Bühne sind, um ihr vorzuschwärmen, wie sehr wir den Abend genossen hätten. Dabei war’s schrecklich. Einfach grauenhaft – zu lang, zu platt, zu schlecht gemacht. Ich wusste es, die...
Und so werden sie sich in der kommenden Saison alle ums wärmende Feuer der Vergangenheit versammeln. Oder ist es doch mehr eine Séance? Wenn, dann werden jedenfalls aus sehr unterschiedlichen Gründen Geister beschworen. In Lyon, wo mit Klaus Michael Grübers «Poppea», Heiner Müllers «Tristan» und der «Elektra» von Ruth Berghaus Legendäres wiederauferstehen soll....
