Aschfahle Askese, glühende Intensität

Jérémie Rhorers und Olivier Pys vorbildliche Deutung der «Dialogues des Carmelites»

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Olivier Py hat in seiner Pariser Inszenierung Francis Poulencs Passionsspiel über den Märtyrertod der Karmeliterinnen von Compiègne während der Französischen Revolution auf seinen existenziellen Anlass und Kern reduziert: die Lebens- und Todesangst der Novizin Blanche de La Force, die sich ins Kloster flüchtet, aber auch dort nicht die Ruhe findet, die sie sucht.

Pierre-André Weitz’ karge Ausstattung mit ihren verschiebbaren Wänden reduziert die Bühne auf das Wesentliche – Revolution und Außenwelt sind nur angedeutet (wenn Slogans wie «Liberté» und «Égalite» von den Nonnen explizit auf Gott bezogen werden), kräftigere Farben als Grau-, Blau- und Weißtöne in den stilisierten Kostümen vermieden. Christliche Ikonografie – Verkündigung, Pietà, Kreuzigung, das letzte Abendmahl – wird nur zu einigen der instrumentalen Zwischenspiele in der Art primitiver Malerei als stumme, von den Nonnen gespielte Tableaus gezeigt. Ein einziges Mal, beim blasphemischen Tod der alten Priorin, deren Bett, hoch an der Wand, wie eine Kanzel senkrecht in den Raum ragt, greift Py zu einem drastischen Bild. Aktualisierung, Dekonstruktion, Übermalung des Geschehens liegt ihm fern. Poulencs Titel versteht er ...

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Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Uwe Schweikert

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