Festspielzeit im Heimkino
Sechs Produktionen der Salzburger Festspiele aus vier Jahrzehnten hat die jetzt von Arthaus vertretene Firma TDK in ihrer Gold-Edition in zwei Dreierpacks neu herausgebracht. Davon verdienen die frühesten Aufnahmen («Ariadne auf Naxos», «Le nozze di Figaro») als Dokumente der Zusammenarbeit des Regisseurs Günther Rennert mit dem Dirigenten Karl Böhm besondere Aufmerksamkeit.
Der große historische und künstlerische Wert dieser Fernsehaufzeichnungen lässt über die bescheidene Bildqualität (verwaschenes Schwarzweiß) hinwegsehen.
Rennert war ein wegweisender Regiemeister in einer Zeit, in der es den Begriff «Regie-
theater» noch nicht gab. Seine Inszenierungen folgten den Vorgaben des Textes und der Musik, interessierten sich weniger für die Entstehungszeit der Werke und für das Heute. In ihrer Art waren sie modellhaft und können auch mehr als 40 Jahre danach noch ihren Referenzcharakter behaupten. Der Genauigkeit in allen Belangen entsprechen die bis in die kleinste Nebenstimme ausgefeilten Dirigate Böhms.
Die Sängerbesetzungen sind in beiden Aufführungen vorzüglich. Sena Jurinac ist in «Ariadne auf Naxos» (1965) als Komponist eine Offenbarung, überrumpelnd in
ihrer stimmlich und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Schriftsteller und Musikwissenschaftler Romain Rolland meinte einmal, Händel habe «die große Überlegenheit von Porpora in Bezug auf den großen Stil und dramatische Kraft» genau registriert. Der Dirigent und Cembalist Ondrej Macek, der vor zwei Jahren in der Wiener Nationalbibliothek die bislang unbekannte Serenade «La morte di Ercole» von Nicola Porpora aus dem...
Nach dem «24-Stunden-Ring» im Jahr 2005 und dem einwöchigen «Sixpack» mit der Tetra-logie plus «Tristan» und «Parsifal» 2007 gaben sich die Festspiele Erl in diesem Jahr nachgerade bescheiden: Zwei Produktionen hatte der Tiroler Festival-Chef Gustav Kuhn anberaumt, mit den «Meistersingern» und «Fidelio» allerdings ausgesprochene Schwergewichte.
Erl ist das Unikum...
«Jede Fotografie», schrieb Susan Sontag in ihrer kleinen Philosophie der
Kamerakunst, «ist eine Art Memento mori. Fotografieren bedeutet teilnehmen an der Sterblichkeit, Verletzlichkeit und Wandelbarkeit anderer Menschen (oder Dinge). Eben dadurch, dass sie diesen einen Moment herausgreifen und erstarren lassen, bezeugen alle Fotografien das unerbittliche...
