Schlicht und schlüssig

Charpentier: La Descente d’Orphée aux enfers New York / Gotham Chamber Opera

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Die 1766 errichtete St. Paul’s Chapel – Manhattans ältestes durchgängig genutztes Gebäude – überlebte die von den Briten gelegten Brände der Revolutionszeit um 1776 ebenso wie die Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center, dessen Türme nur wenige Straßenecken entfernt in sich zusammenfielen. Ein Wahrzeichen der Wiedergeburt, eignet sich St. Paul’s bestens als Spielstätte für die Auseinandersetzung der Gotham Chamber Opera mit Marc-Antoine Charpentiers Kammeroper «La Descente d’Orphée aux enfers» aus dem Jahr 1686.



Neal Goren, Gründer, Chef und Dirigent der Kompanie, kredenzte dem New Yorker Opern­publikum mit dieser Produktion ein erfrischendes Antidot gegen die Katerstimmung, welche die aufgeblasene, geistlose Met-«Fledermaus» vom Vorabend hinterlassen hatte. Geschickt nutzte Andrew Eggert in seiner schlichten und schlüssigen Inszenierung die fantasievollen Kostüme von Vita Tsykun, die zwei Ebenen des Kirchenraums und die tänzerische Grazie der Solistinnen (bis auf das zentrale Paar übernahmen alle Solisten auch die schön abgestimmten Chor-Ensembles). Acht Instrumentalisten musizierten kompetent hinter einer weißen Leinwand, auch die Sängerdarsteller nahmen durch ...

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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Panorama, Seite 42
von David Shengold

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