Editorial September/Oktober 2019
Seit 1993 bittet «Opernwelt» Musikjournalisten um ihre persönliche Bilanz der jeweils vorausgegangenen Spielzeit. Im ersten Jahr kamen die Voten beinahe ausschließlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bald nahmen auch Kritiker aus Italien, Frankreich, Großbritannien, den Benelux-Ländern und den USA an unserer Umfrage teil.
Seit 1998 steuern Jahr für Jahr 50 professionelle Beobachter der Musiktheaterszene ihre Wertungen in 15 verschiedenen Kategorien bei – vom künstlerisch aufregendsten Opernhaus bis zur besten Inszenierung, von der herausragenden Sängerleistung bis zur bedeutendsten Uraufführung. In der Summe ergibt das ein Panorama, das sich aus 750 Einzelstimmen zusammensetzt. Und damit ein einzigartig differenziertes, aktuelles Abbild dessen bietet, was sich im global vernetzten Opernbetrieb tut.
Deshalb dokumentieren wir sämtliche Voten im «Opernwelt»-Jahrbuch. Bliebe das Fazit einer ganzen Saison auf die Titel einer Hitparade beschränkt, fielen etliche Details, Nuancen unter den Tisch, die zur Sache selbst gehören. Zum Beispiel die Entwicklung kleinerer oder mittlerer Häuser, die kontinuierlich nur verfolgen kann, wer in der betreffenden Region verwurzelt ist. ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten & Albrecht Thiemann
Zoff bei Oberons. Der Elfenkönig liegt im Streit mit seinem Ehegespons Titania, es geht um die menschliche Treue. Diese rechtfertigen müssen daher der Ritter Hüon von Bordeaux und Rezia, die Tochter des Kalifen zu Bagdad, allerlei Wundersames und auch schwer Erträgliches durchstehen, ehe sie einander in die Arme fallen dürfen. So weit die Handlung von Webers...
WAGNERSPECTRUM
Heft 1/2019 (15. Jahrgang) – Schwerpunkt: Siegfried Wagner
Königshausen & Neumann, Würzburg 2019; 352 Seiten, 24 Euro
Zum 150. Geburtstag Siegfried Wagners gratulierte Bayreuth mit zwei Aufführungen seiner Oper «An allem ist Hütchen schuld» (im Markgräflichen Opernhaus) sowie mit der Uraufführung «Siegfried» von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel (in...
Die Idee ist bezwingend charmant und poetisch. Ein «organisierter Traum» sollen die Salzburger Festspiele nach dem Willen ihres Intendanten Markus Hinterhäuser sein, und ebenso eine «Education sentimentale» aus dem Geiste Flauberts. Ein hoher Anspruch, der sich im Grunde nur dialektisch lösen lässt im Angesicht der in diesem Jahr programmierten Bühnenwerke. Vieles...
