Ein Fest für Claudio
Die große Drehtür am Basler Theater ist gesperrt, die gesamte Glasfront mit schwarzen Vorhängen verhüllt – das Foyer betritt man an diesem Premierenabend durch einen Seiteneingang. An den Wänden hängen bodenlange Ketten mit runden Spiegelplättchen, die breite Treppe zum ersten Rang ist mit einem roten Teppich ausgelegt. Da steht man nun und staunt, redet und rätselt – bis der Schlagzeuger auf der Treppe seine Kollegen vom Barockorchester Basel La Cetra zusammentrommelt. Es gibt Champagner für alle: Und das Fest beginnt.
Es ist wirklich ein Opernfest, das Regisseur Jan Bosse gemeinsam mit dem musikalischen Leiter Andrea Marcon in Basel veranstaltet. Ein kluger, sinnlicher Abend mit Esprit und Fantasie, mit überwältigender Bildsprache und tief ausgeloteter Musik. Das Operndebüt des 38-jährigen Theaterregisseurs wird zum Triumph. Auch bei der Uraufführung am 24. Februar 1607 in Mantua wurde Monteverdis «L’Orfeo» bejubelt: die Geburtsstunde einer Gattung. Nicht in einem Theater fand dieses epochemachende Ereignis statt, sondern im Palast des Herzogs Vincenzo Gonzaga zum Höhepunkt des Karnevals. Deshalb liegt Bosse ganz nah an der ursprünglichen Aufführungstradition, wenn er die ...
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Mike Svobodas «Der unglaubliche Spotz» in Freiburg
«Gleich beginnt die Oper. Bitte nehmen Sie Ihre Plätze ein», flüstert es durch die Lautsprecher im Werkraum des Freiburger Theaters. Einige Grundschulklassen sind an diesem Morgen mit ihren Lehrern zur Aufführung von Mike Svobodas Kinderoper «Der unglaubliche Spotz» gekommen – und vieles ist anders als sonst im...
Mit seiner Verkörperung der Titelpartie in Wieland Wagners Bayreuther Inszenierung des «Fliegenden Holländers» von 1960 hat er Maßstäbe als Heldenbariton gesetzt. Und das, obwohl Franz Crass im Jahr zuvor auf dem Grünen Hügel mit dem König Heinrich in einer Partie aus dem seriösen Bassfach angetreten war. Aber seine Ausnahmestimme erlaubte ihm den Wechsel...
In Verdis «Nabucco» spielt das Volk die Hauptrolle, und Münchens Staatsopernchor bot eine überragende Leistung. Höhepunkt war der berühmte Gefangenenchor: eine herzergreifend subtile, warm und weich gesungene Interpretation. Hinter Maschendraht erinnerten die Choristen auch an die vielleicht erste Großtat des Regietheaters an der Bayerischen Staatsoper: Herbert...
