Dunkle Räume, klare Linien

Frankreich II: Gerhard Rohde über Bartóks «Herzog BlaubartsBurg» und Janáceks «Tagebuch eines Verschollenen» in Paris,Strauss’ «Frau ohne Schatten» in Toulouse und Caskens «Golem» in Nantes

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Gerard Mortier besitzt die schöne Gabe, treu sein zu können. Künstler, die er schätzt, dürfen seine Karriere begleiten. Die Herrmanns sind das beste Beispiel dafür: Mit ihrem «Titus» begann einst in der Mortier-Ära das Brüsseler Mozart-Wunder, das sich dann mit derselben Inszenierung in Salzburg fortsetzte und zuletzt auch noch in Paris Zeugnis alter Mozart-Herrlichkeiten ablegte. Eine andere Vorliebe Mortiers rührt aus seiner Salzburg-Zeit her. Dort hatte die Gruppe La Fura dels Baus ihm mit einem spektakulären Faust-Projekt einen großen Erfolg beschert.

Für die RuhrTriennale gab Mortier dann bei den Katalanen eine «Zauberflöte» in Auftrag, die etwas bi­zarr ausfiel. Jetzt präsentierte die Gruppe im Palais Garnier einen Doppel­abend mit Bartóks «Herzog Blaubarts Burg» und, davorgestellt, einer szenischen Darstellung von Janáceks Liederzyklus «Tagebuch eines Verschollenen». Der Dirigent Gustav Kuhn, der beide Aufführungen umsichtig und mit viel Klangsinn leitete, instrumentierte auch den Klaviersatz des Janácek-Zyklus, durchaus kontrastreich, aber vielleicht eine Spur zu wenig griffig, der beredte Duktus der Musik wirkte leicht flächig.
Auf der fast leeren, dunklen Szene sieht man ...

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Opernwelt März 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Gerhard Rohde

Vergriffen
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