Süßes Miteinander
Wieder einmal hat Cecilia Bartoli Archive nach längst vergessenen Kompositionen durchsucht oder durchsuchen lassen. Und wie stets ist dabei hörenswerte Musik zum Vorschein gekommen. Doch im Gegensatz zu den vorangegangenen Alben, die entweder Musik eines einzelnen Komponisten (Gluck, Salieri, Steffani) in den Mittelpunkt rücken oder sich einem musikhistorischen Phänomen wie der «Opera proibita» in Rom oder dem Zeitalter der Kastraten widmen, geht es im neuen Album um eine künstlerische Partnerschaft. Cecilia Bartoli hat sich mit Sol Gabetta zusammengetan.
Die Mitwirkung der argentinischen Cellistin beschränkt sich aber nicht auf wenige Gastauftritte in einzelnen Arien, sondern prägt die Programmgestaltung durchgehend.
Die Schallplattenfirma inszeniert die beiden Musikerinnen als eine Art Schwesternpaar, das sich auf einer durch das umfangreiche Booklet laufenden Fotostrecke in teils neckischen, teils lasziven Posen präsentiert. Mit der Musik des Albums hat dieses allzu offenkundig von Marketingstrategien gelenkte Bildfeuerwerk freilich so wenig zu tun wie der Titel des Albums. «Dolce Duello» weist sogar in eine falsche Richtung, denn nicht um Konfrontation wie bei einem Duell ...
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Opernwelt März 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 20
von Thomas Seedorf
Stille Nacht, heilige Nacht? Bacchus bewahre. Dieses Notturno kennt andere Vorlieben, und man benötigt nicht besonders viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, was da hinter geschlossenen Gardinen geschieht. Mit Feuer und Furor wühlen sich die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg («Bichette») und ihr Liebhaber Octavian («Quin-Quin») durch den nächtlichen...
Herr Youn, Sie wurden kürzlich in Dresden wieder einmal für Ihren Fürst Gremin bejubelt. Größere Rollen des russischen Repertoires, etwa König René in Tschaikowskys «Jolanthe», sind Ihnen fremd?
«Jolanthe» wird wie so viele russische Opern nur selten angeboten. Und Godunow oder Pimen sind mit russischen Kollegen leicht zu besetzen. Ein kleiner Koreaner wird...
Bizarrer kann ein Titel kaum sein. Aber keine Sorge, er macht Sinn. «Crazy Girl Crazy» verknüpft drei Werke, die Barbara Hannigan besonders am Herzen liegen, wie sie im Booklet bekennt. Die «Mädchenzeit», so die kanadische Sängerin und Dirigentin, spiele dabei ebenso eine Rolle wie die Idee der Verrücktheit. «Nicht der Irrsinn, aber die Verrücktheit, verliebt zu...
