Editorial

Opernwelt - Logo

Oper im Fernsehen – das ist eine Herausforderung der besonderen Art. Aber auch ein Erlebnis der besonderen Art. Der Zuschauer im Parkett oder auf dem Rang sieht anders als Kameras, die zum Beispiel ein ­herangezoomtes Gesicht als schillernde Gefühlslandschaft zeigen können. Das Ohr im Saal hört anders als Mikrofone, mit denen sich das Wechselspiel von Stimmen und Instrumenten, Nähe und Ferne simultan aus verschiedenen ­Positionen verfolgen (und am Mischpult ausbalancieren) lässt.

Es ist diese akus­tisch-visuelle Präsenz der Künstler und des emotionalen Geschehens, die Oper im Fernsehen eigenen Reiz verleiht. Der Kunst angemessene Ergebnisse erzielt freilich nur eine TV-Regie, die sich für mehr interessiert als für schöne Bilder: für den Kern eines Stücks und einer Produktion.
Wenn eine Fernsehanstalt solche Qualitäts­ansprüche erfüllt, ist es der deutsch-französische Kultursender ARTE. Seit vielen Jahren hat ARTE immer wieder Maßstäbe bei der Vermittlung klassischer Musik im Fern­sehen gesetzt. Kein öffentlich-rechtlicher TV-Kanal bietet mehr Mitschnitte und Live-Übertragungen aus den großen Opernhäusern der Welt. Deshalb freuen wir uns über eine neue Partnerschaft der besonderen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2007
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Potpourri

James MacMillans zweite Oper spielt mit dem Mythos, doch die Handlung ist in der nahen Zukunft angesiedelt, in einem Schottland oder Britannien, wo Gewalt die Gewalt regiert. Die Führer zweier verfeindeter Parteien wollen Frieden schließen. Eine Bedingung für den Deal: Sian, die Tochter des Generals, heiratet dessen langjährigen Rivalen Mal. Doch Sians früherer...

«In der Oper muss man auch träumen»

Ein kostbares, dunkel getöntes Timbre. Eine bravouröse Beweglichkeit und eine mühelos ansprechende Stimme im Ziergesang. Ein stets waches, kultiviertes Stilgefühl. Schauspielerisches Temperament und eine anmutige Bühnenpräsenz. Laura Polverelli ist wie geschaffen für das Repertoire eines Koloraturmezzos. Und für die Hosenrollen der Opernliteratur. Die in hohen...

Abstecher nach Florenz

Das entscheidende Kriterium für die Repertoiretauglichkeit einer Barockoper sei nicht die Musik, sondern die Handlung, erklärte René Jacobs einmal. Während nämlich die Musik bei vielen Werken von hoher Qualität sei, besäßen nur wenige Libretti genug dramatische Stringenz, um heute noch auf der Bühne zu überzeugen. Wer einmal versucht hat, sich die Inhaltsangabe...