Ein Blick in die Werkstatt
Ein Puccini-Recital ungewohnter Art. Die (nach meiner Ansicht leider) ins Sopranfach gewechselte Violeta Urmana widmet sich Erstfassungen von Arien oder Szenen aus «Edgar», «Manon Lescaut», «Madama Butterfly», «Suor Angelica» und «La fanciulla del West», andererseits Zweitfassungen aus «La rondine».
Zu ihren Partnern gehört der unermüdliche und – was seine Aufnahmelust angeht – unersättliche Plácido Domingo, der sich in der zwölf Minuten langen Manuskript-Version des Duetts «Sia benedetto il giorno» aus «Edgar» auch als unerschöpflich erweist: In der oberen Quinte der ersten Oktave und der unteren der zweiten Oktave klingt er (fast) so frisch und kraftvoll wie in seinen besten Jahren.
Am Anfang steht eine Schüler-Übung des 18-jährigen Komponisten: Das «Preludio a orchestra» gleicht einem Keim, aus dem sich spätere symphonische Zwischenspiele entwickelt haben. Es folgt das melodisch prunkende Quartett aus der zweiten Fassung von «La rondine», von Domingo effektvoll intoniert, von Violeta Urmana und dem jungen Stefano Secco (bald in einer «Werther»-Aufnahme unter Bertrand de Billy als Partner von Elina Garanca zu hören) noch eindringlicher weitergeführt. Daran schließen sich u. a. ...
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