Wider die Ideologie der absoluten Musik
Titel, Untertitel und Klappentext von Leon Botsteins Buch führen den Interessenten in die Irre. Die sechs Aufsätze des renommierten amerikanischen Dirigenten und Musikwissenschaftlers handeln nicht von «Macht und Ohnmacht der Musikgeschichte», wie der Verlag insinuiert, sondern sind einlässliche rezeptionsgeschichtliche Studien zu Beethoven, Schubert, Brahms, Mahler, Schönberg und Berg. Ihr Reiz, aber auch ihre Crux liegen in der mal stärker, mal laxer verknüpften Verbindung von zeitgenössischer Wiener Umwelt und musikalischer Botschaft.
Vor allem in den Porträts von Schubert und Brahms rücken die spezifischen Lebenswelten der beiden Komponisten – bei Schubert die Verortung im trostlosen Alltag der Metternich-Zeit mit seinen prekären Lebensumständen, bei Brahms die Einbindung in die bürgerliche Wiener Musikkultur – ins Zentrum der Darstellung. Während bei Schubert der Brückenschlag zur Musik als «Medium eines psychologischen und gegenständlichen Realismus» allzu kurzschlüssig scheint, eröffnet die Verknüpfung der von Helmholtz’ «Lehre von den Tonempfindungen» ausgelösten und von der zeitgenössischen Popularästhetik aufgenommenen Physiologie der Wahrnehmung mit Brahms’ ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 33
von Uwe Schweikert
Die Veröffentlichung der CD-Einspielung von Leonardo Vincis «Artaserse» war ein großer Erfolg (vgl. OW 12/2012). Der Jubel setzte sich fort, als das Werk in der Inszenierung des rumänischen Regisseurs Silviu Purcarete auch auf die Bühne kam (vgl. ebenda) – unter anderem an der Opéra national de Lorraine in Nancy, wo der Mitschnitt entstand, der jetzt auf DVD...
Wer sich selbst sehen will, braucht einen Spiegel. In der Oper war die Historisierung schon früh ein Mittel, die eigene Gegenwart in den Blick zu bekommen. Geschichtliche Distanz spornt an zur Selbstdeutung – als Eigenleistung des Zuschauers, nicht als Diktat des Autors. Darin lag der Sinn von Stoffen aus fernen Ländern und Zeiten. Der Theologe und Dichter...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Don Carlo: 2., 14., 18.
– Alcina: 9., 11., 24., 31.
– Leoncavallo, Requiem (Abdullah): 10.
– Der Barbier von...
