Unter Wert verkauft
Es ist schon merkwürdig, dass Humperdincks beliebte Märchenoper seit mehr als sechzig Jahren nicht mehr im Royal Opera House zu sehen war. Höchste Zeit, das Stück endlich wieder einmal ins Programm zu nehmen. Für die Inszenierung zeichneten Patrice Caurier und Moshe Leiser verantwortlich, ein Regie-Duo, das an Covent Garden zuletzt mit «La Cenerentola», «Il turco in Italia», «Madama Butterfly» und Ambroise Thomas’ «Hamlet» eine bemerkenswerte Erfolgsserie hinlegte.
Gesungen wurde auf Deutsch – keine Selbstverständlichkeit, wenn man an die Aufführungsgeschichte von «Hänsel und Gretel» in Großbritannien denkt.
Doch leider fügte sich der Abend nicht zu einem schlüssigen Ganzen, kam der unheimliche Charme der Geschichte kaum zur Geltung. Christian Fenouillats Bühne und Agostino Cavalcas Garderobe stammen aus unserer Zeit. Besenbinder Peter spaziert, offenbar nach einem glänzenden Geschäftstag, mit Plastiktüten voller Feinkost herein. Die Neigung zu Bildern von Heute schafft freilich auch Probleme. Jene Erscheinungen etwa, vor denen die Kinder sich im nächtlichen Wald eigentlich fürchten oder die sie in Bann schlagen sollten, verströmen den Reiz des Alltäglichen oder gar des ...
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«Werkraum-Theaterlabor» steht an der Tür im Freiburger Theatercafé. Das klingt nach Experiment und nach Spannung. Hier, auf dieser kleinsten Bühne des Freiburger Theaters, ist in der letzten Spielzeit «Der unglaubliche Spotz» vom Verein «indieoper» uraufgeführt worden – ein Stück von Mike Svoboda und Manfred Weiß, das inzwischen auch in Stuttgart und Augsburg zu...
Kalt scheint der Mond, und eigentlich ist er nichts anderes als eine Projektionsfläche menschlicher Sehnsucht. Irgendwann wird darin das Gesicht einer sich schminkenden Salome sichtbar, und Salome ist es denn auch, die wenig später – spärlich bekleidet, in aufreizenden Stiefeletten – die schlichte Szene des Aachener Theaters betritt: eine Paris Hilton, die nicht...
Herr Pape, Sie haben als Knabe im Dresdner Kreuzchor oft vom Teufel singen müssen. Haben Sie als Kind auch an den Teufel geglaubt?
Ach wo, ich habe an den Teufel genauso wenig geglaubt wie an Gott. Der Teufel ist erst in mein Leben getreten, als ich ihn auf der Bühne dargestellt habe. Außerdem bevorzuge ich die Bezeichnung Mephisto. Das klingt nicht so negativ.
Ist...
