Modellhafte Interpretationen
Claudio Monteverdi spielt im Repertoire der großen internationalen Bühnen schon längst nicht mehr die Außenseiterrolle, in die er lange abgedrängt war. Es gab in den letzten vierzig Jahren viele wichtige, ja bahnbrechende Interpretationen in szenischer wie musikalischer Hinsicht. Der Amsterdamer Zyklus seiner drei abendfüllenden Opern, der jetzt bei Opus Arte auf DVD veröffentlicht wurde, hat gleichwohl neue Qualitätsmaßstäbe gesetzt.
Regisseur Pierre Audi nimmt eine deutliche Gegenposition ein zum barock-opulenten Musiktheater Jean-Pierre Ponnelles, aber auch zu den aufgepoppten Spaßproduktionen der neueren Zeit. Die Szene konzentriert sich auf das Wesentliche und sucht die völlige Verschmelzung mit der Musik. Man muss oft an Neubayreuth denken. Die Bühne (Michael Simon) ist karg und arbeitet mit Bildsymbolen, entscheidende Bedeutung kommt dabei der Lichtregie (Jean Kalman) zu, die über eine weite Palette nachtdunkler Stimmungen verfügt. Die Sänger sind zu einer knappen, stilisierten, verlangsamten Gestensprache angehalten, die nie ins Manierierte umkippt, da sie nicht äußerlich ist, sondern aus hoher Konzentration geschaffener Ausdruck seelischer Befindlichkeit. Den Sängern ...
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Der Zuschauerraum des Innsbrucker Landestheaters spielt in diesem «Don Giovanni» immer mit, nicht nur wenn in der hier favorisierten Wiener Fassung Zerlina den Schwindler Leporello frech herausfordert und hinter dem Dirigenten an einen Stuhl fesselt. Von Anbeginn ist klar: Hier wird Theater gespielt. So schleichen sich die Figuren noch vor ihrem eigentlichen...
Warum nicht einmal so, wie sich Richard Wagners «Die Meistersinger von Nürnberg» am Luxemburger Grand Théâtre in der Fassung der Berliner Volksbühne präsentieren? Was exaltierte Musiktheaterregisseure schon alles mit der deutschsten aller deutschen Opern angestellt haben, wobei sie sich stets furchtsam an die komplette Partitur klammerten, das kann einen...
Herr Mölich-Zebhauser, wieviel Ihrer Arbeitszeit widmen Sie der Akquisition von Fördergeldern, wieviel der Kunst?
Als ich vor acht Jahren in Baden-Baden anfing und das Haus rote Zahlen schrieb, musste ich zwei Drittel meiner Zeit finanziellen Dingen widmen. Heute sind es nur noch vierzig Prozent.
Ist es nicht frustrierend, wenn man dauernd reiche Menschen umwerben...
