Liebestrank aus der Flasche

Wagner: Tristan und Isolde Bonn / Opernhaus

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Vor zehn Jahren markierte Vera Nemirovas «Mac­beth» in Bonn den hoffnungsvollen Start der Ära von Klaus Weise, nun beendet ihr «Tristan» seine Opern-Intendanz an dem von harten Sparzwängen bedrängten Haus. Immer wieder hat Nemirova in Bonn inszeniert, zuletzt verlegte sie Donizettis «L’elisir d’amore» auf eine Wellness-Farm. In einem gewitzten Detail zitiert Nemirova nun im «Tristan» die eigene «Liebestrank»-Inszenierung: Der in beiden Opern besungene Trank ist nichts anderes als klares Wasser aus einer handelsüblichen PET-Flasche.



Ansonsten geht es freilich wenig nüchtern zu im Bonner «Tristan». Inspiriert von Wagners Wesendonck-Lied «Im Treibhaus» hat Nemirova sich von ihrem Ausstatter Klaus W. Noack im zweiten Akt ein Gewächshaus auf die Bühne bauen lassen, das Ausmaße eines großbürgerlichen Salons hat. Deutliche Verfallsspuren wie bereits das schrundige Schiffsambiente im ersten Akt trägt auch das fragile Treibhaus, die Scheiben werden später mit bedeutsamen Worten beschriftet, hintersinnigerweise erst im dritten Akt, wenn es ans Sterben geht, wuchern dort üppig grüne Pflanzen, die Kurwenal eifrig gießt.

Angelehnt an Wagners biografische Situation im Hause Wesendonck deutet ...

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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Regine Müller

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