Hollywood am Main
Zum Auftakt lautes Telefonklingeln. Kein Handy, denn auf der Bühne springt ein Anrufbeantworter an: Michael, Tanja Ariane und Paula sind nicht zu Hause, tönt es vom Band. Doch dann stürmen sie schon ins schicke Loft: Michael Nagy (Giulio Cesare), Tanja Ariane Baumgartner (Cornelia) und Paula Murrihy (Sesto) samt Partygefolge. Die Stimmung kippt, als ein Geschenk ausgepackt wird: Wie kam ein Paket mit abgeschlagenem Kopf ins Haus? Dazu ertönt Händels Musik – und die Darsteller verwandeln sich in die Figuren der Oper.
Inspiriert sind sie von Ägypten-Klischees, die wir alle aus zahlreichen Cleopatra-Filmen kennen. Der Kinokniff wird ganz wörtlich genommen: Die Wohnung wird wie eine Linse zu einer gewaltigen Bühne aufgezogen, auf der sich die Figuren in einer Art trockengelegtem Schwimmbecken tummeln. Kostümbildnerin Katharina Tasch trimmt mit ein paar Accessoires die heutige Alltagskleidung auf historisch, Bühnenbildner Herbert Murauer verbindet mit rastlos wehenden weißen Vorhängen die Szenen, schafft Auf- und Abtrittsmöglichkeiten. Halsbrecherische Treppen, Cleopatra im Schaumbad in der Löwenfußwanne: Das Publikum wird mit großem Kino unterhalten, ein langer Abspann stellt in ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Claus Ambrosius
Kritische Neuausgaben älterer Opern müssen nicht immer zu veritablen Entdeckungen führen. Im Fall von Giacomo Meyerbeers französischen Opern tun sie es jedoch ganz gewiss. Das hängt zum Teil mit der individuellen Schaffensweise des Komponisten zusammen und in noch höherem Maße mit den Arbeitsbedingungen an den damaligen Pariser Opernhäusern, vor allem dem größten...
Bis weit in die 60er-Jahre hinein wurden italienische Opern selbst an den größten deutschen Bühnen in der Landessprache gegeben. Entsprechend waren auch auf dem Schallplattenmarkt deutsch gesungene Querschnitte und Gesamtaufnahmen mit einheimischen Künstlern eine echte Alternative zu den Importen mit Callas, Tebaldi & Co. Die von Herbert von Karajan, später auch...
Dämmerung senkt sich über die chinesische Hauptstadt. In der Xirongxiang-Hutong werden jetzt die Garküchen aufgestellt; Duft von gebratenem Fleisch mischt sich in die beißend kalte Luft. Transportmotorräder klappern durch die schmale Gasse. Über die niedrigen Giebel der kaum ein Zimmer breiten Häuschen erhebt sich eine riesige Glaskuppel, in der sich blaurosa das...
