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Schmal ist er geworden, mit zwei Krücken tastet er sich auf die Bühne. Bei der Grazer STYRIARTE etwas absagen, das kam für Nikolaus Harnoncourt bislang nicht infrage. Dieses Jahr ist es zum Start passiert. Doch bei Beethovens «Missa solemnis» hat der 85-Jährige noch viel mitzuteilen und wagt dies erstmals mit dem Concentus Musicus. Die Aufführung erschüttert, weil Harnoncourt in Bereiche vordringt, vor denen Worte versagen müssen. Das Festivalmotto «…und lachte!» meint dagegen in erster Linie Rossinis «Barbier von Sevilla».

Gespielt wird die alte Übersetzung des Grazers Ignaz Kollmann. Michael Hofstetter bürstet mit dem Festspiel-Orchester alles auf historisch informiert, und Regisseur Peer Boysen macht mit bizarrer Komik deutlich, welch grausame Intrige da passiert. Aus dem Ensemble ragt Daniel Johannsen als Almaviva heraus. Kurz danach zog Harnoncourt mit der «Missa» weiter nach Salzburg: Die letzten Dinge, sie lassen den Doyen nicht los.     
 

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Opernwelt August 2015
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Markus Thiel

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