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Es gibt Tode, auf die man entgegen aller Wahrscheinlichkeit nicht vorbereitet ist. Nicht nur diejenigen, die Dietrich Fischer-Dieskau nahe standen und von den Nöten der letzten Jahre, Monate, Wochen wussten, traf es wie ein Schlag. Denn die Legende, zu der er längst geworden war, will sich nicht mit geminderter Gegenwärtigkeit vertragen. Wer eine von seinen Aufnahmen hört – besonders die des Liedsängers –, kann sich der persönlichen Ansprache, dem Du-auf-Du, dem Eindruck hautnaher Anwesenheit schwer entziehen.

Gewiss spielt dabei das Privileg der direkt redenden Musik mit.

Bei großen Interpreten wischt sie ohnehin jene Historizität hinweg, nach deren Maßgaben mancher sagt, Bach könne man heutzutage kaum noch so singen, wie Fischer-Dieskau es um 1950 bei Karl Ristenpart oder später bei Karl Richter getan hat. Freilich sollten wir nicht vergessen, dass wir von dort so weit entfernt sind wie damals er von der Sängergeneration, mit der Mahler vor der Wiener Zeit zu tun hatte. Derlei Einräumung mag wie eine Abwehr der langen Schatten anmuten, die Fischer-Dieskau auf ein Terrain wirft, in dem nun schon die zweite Generation nach ihm zu Hause ist. Sie hat es nicht leicht – und profitiert ...

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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Hommage Dietrich Fischer-Dieskau, Seite 34
von Peter Gülke

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