Geduld, ein hohes Gut

Er könnte als Ingenieur in der Entwicklungsabteilung einer Firma arbeiten. Und er fände das nicht einmal schlecht. Doch Markus Eiche ist, nach einem Umweg, dann doch auf der Opernbühne gelandet. Die Erfahrungen seines «Vorlebens» will der 44-Jährige nicht missen. Mehr noch: Sie kommen seinem Gesang zugute – und seinem Selbstverständnis als Sänger

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Herr Eiche, erst Mannheim, dann Wien, jetzt München: Sind Sie ein ­Ensemblemensch?
Die Erfahrungen in Mannheim waren sehr wichtig für mich, weil ich dort von Anfang an auch große Rollen singen durfte. Das hat mich sehr geprägt. Außerdem finde ich die Arbeit im Ensemble irgendwie spannender, ich kann die Aufgaben da mit meinen Kollegen über Jahre hinweg weiterentwickeln. Aber viel entscheidender ist vielleicht, dass mich ein Ensemble an einen bestimmten Ort bindet. Und das kommt meinem Privatleben erheblich zugute.

Sie haben zunächst Elektrotechnik studiert.

Hilft so etwas, die Opernszene auszuhalten?
Nein. Ich mache mir aber beim Unterrichten so einige Gedanken darüber. Ich habe ja vor zwei Jahren einen Lehrauftrag in Zürich angenommen und beobachte, dass der Berufseinstieg im Vergleich zu meinen Anfängen schwieriger geworden ist. Da wirkt es natürlich beruhigend, wenn man zur Not eine andere Schiene fahren könnte. Ich glaube übrigens, dass diese erschwerten Startbedingungen für junge Sänger auch im Zusammenhang mit den Sparmaßnahmen in der Kultur stehen. Anstelle von Erstengagements werden heute lieber Praktika oder Stipendien vergeben. Man kann da schon sagen, dass junge Sänger, ...

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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Interview, Seite 34
von Markus Thiel

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