Nadelstiche stärken

«Assistentin des Generalmusikdirektors» – das führt auf die falsche Fährte: Wer Kirill Petrenko als Chef hat, arbeitet nicht nur zu. An der Bayerischen Staatsoper setzt Oksana Lyniv mit temperamentvollen Dirigaten eigene Impulse. Auch anderswo ist man auf die 37-jährige Ukrainerin schon aufmerksam geworden.

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Sie haben in München an Zimmermanns «Soldaten» oder Strauss’ «Frau ohne Schatten» mitgearbeitet, dazu in eigenen Vorstellungen Mozart, Donizetti, Verdi und Johann Strauß dirigiert – gibt es noch weiße Flecken in Ihrem Stil-Repertoire?
In der ersten Saison war ich ausschließlich als Assistentin Kirill Petrenkos aktiv, dann hat sich der Tätigkeitsbereich erweitert. Ich bin sehr froh darüber, dass ich dieses breite Repertoire dirigieren kann.

Und ich finde es reizvoll und lehrreich, die verschiedenen Stile zu vergleichen und zu erkennen, wie eine Schule die andere beeinflusst hat. Erst einmal bin ich hier also gut versorgt (lacht).

Wie schwer fiel Ihnen der Entschluss, es in einer Männerdomäne zu versuchen?
Es wird immer leichter für uns Frauen am Pult. Die Gesellschaft wird offener und damit auch die Musikszene. Man traut Frauen mehr zu. Das Problem ist: Vielleicht gibt es noch zu wenige Dirigentinnen, die erfolgreich beweisen konnten, dass es funktioniert. Der Beruf verlangt sehr vieles, vor allem einen starken Charakter – nicht nur Talent und Fleiß. Und von Frauen fordert er, sich nicht zu schnell deprimieren zu lassen, wenn wir Nadelstichen und Andeutungen ausgesetzt sind: «Ist das ...

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Opernwelt März 2016
Rubrik: Magazin, Seite 81
von Markus Thiel

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