Miki: AI-EN
Für die Liebe sterben – das darf man in der Oper ja fast immer wörtlich nehmen. In Minoru Mikis neuester, fürs und im New National Theatre in Tokio entstandenen Oper ist das nicht anders: «AI-EN» trägt den Liebestod bereits im Titel, Miki erzählt darin zusammen mit seiner Librettistin Jakucho Setouchi die Geschichte einer geheimen Melodie – und, klar doch, einer großen Liebe, wie sie nur die Oper und das Märchen glaubhaft machen können: Weil sie glaubt, ihren Mann verloren zu haben, stirbt die junge Japanerin Sakurako aus Trauer.
Doch der Witwer findet seine Liebe in China wieder. Dort nämlich trifft er auf Sakurakos Zwillingsschwester, eine begnadete Pipa-Spielerin.
International ist der Japaner Miki bekannt geworden für seinen glücklichen Versuch, westlichen Orchesterklang mit östlicher Musiziertradition zu amalgamieren. Und wenn er nun in «AI-EN» das Hohelied auf die Pipa anstimmt, die japanische Laute, dann mag es auf der Bühne folkloristisch zugehen – im Orchestergraben nimmermehr: Naoto Otomo hat die tückische Partitur fest im Griff, alle vergnüglichen Überraschungen, alle hineinkomponierten Turbulenzen. Und Jing Yang schlägt Funken aus ihrer Pipa, zunächst im Orchester, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Viel näher am Gelingen als am Scheitern: Auf diesen Nenner kann man die Kasseler Neuinszenierung von Leos Janáceks «Schicksal» («Osud») bringen. Durch einen eigentlich ganz einfachen Trick schafft es Gabriele Rech, mit dieser ersten Neuinszenierung auf deutschen Brettern seit fünfzehn Jahren einer dramaturgischen Klärung sehr nahe zu kommen. Dass dennoch Fragen...
Der Terror-Chef rast: Die allzu schöne Überläuferin erwies sich als lauwarm. Nichts ist’s mit der Revolution, stattdessen spielen wieder mal die Gefühle verrückt. Da hilft nur die Hinrichtung. Liebe und Tod liegen nah beieinander, aber am Ende siegt nicht die Internationale, sondern – die Musik.
Natürlich siegt sie, denn Mozart hat sie geschrieben. Aus «Zaïde», dem...
Herr Klebe, Sie haben eine Oper über Balzacs «La Peau de Chagrin», einen der Romane der «Comédie humaine», komponiert. Wie kam es zur Wahl dieses Stoffs?
Es ist jetzt fast fünfzig Jahre her, seit ich «Die tödlichen Wünsche» geschrieben habe. Ich habe damals mit meiner Frau zusammen sehr viel Balzac gelesen und war spontan überzeugt, dass das ein Opernstoff wäre....
