Vivaldi: L'Olimpiade
«L’Olimpiade» wurde als erste Oper von zahlreichen, in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in einem Piemonteser Kloster und einer Privatbibliothek aufgefundenen Vivaldi-Autographen 1939 wieder aufgeführt. Erst jetzt wagte Heidelberg – nach Vivaldis «Motezuma» im Vorjahr – zum «Winter in Schwetzingen» im dortigen Barocktheater die deutsche Erstaufführung der mit virtuoser, geistsprühender Musik ausgestatteten Oper nach dem von Caldara bis Cimarosa unzählige Male vertonten Libretto Metastasios. Leider stand sie unter keinem guten Stern.
Nicht nur war der Ausstattungsetat für diese Produktion wohl extrem niedrig, auch der lang andauernde Krankenstand vieler Sänger torpedierte die Probenarbeit des Regisseurs Werner Pichler. Von seinem Konzept, die Konfrontation antiker Kämpfer mit Sportlern aus unserer Zeit zum Thema zu machen, blieb nicht mehr als eine schöne Idee übrig.
Durchwachsen waren auch die Leistungen der Sänger: Countertenor Alexander Schneider hatte als Licida eine exponierte Partie, die er nach Kräften ausfüllte, allerdings oft mit zu viel Druck sang, was nicht nur dem Timbre, sondern auch der Intonation und der musikalischen Gestaltung schadete, obwohl er gut ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Am 16. April 1931 hebt sich in der Wiener Staatsoper der Vorhang zu einem Werk, das neu ist und zugleich bejahrt. Der Grund für diesen Widerspruch liegt auf der Hand: Aus der Taufe gehoben wird das Dramma per musica in tre atti, «Idomeneo, Rè di Creta». Doch nicht jenes anno 1781 in München uraufgeführte Werk gleichen Namens von Wolfgang Amadeus Mozart erleben die...
Gemessen an der historischen Bedeutung des Stoffes, komponierte Mozart seinen «Lucio Silla» glatt am Thema vorbei: Statt den heroischen (und nach wie vor außergewöhnlichen) Entschluss des römischen Diktators Lucius Sulla zu würdigen, die Macht zurück in die Hände des Volkes zu legen, interessierte sich der Sechzehnjährige hauptsächlich für diejenigen Personen des...
«Dieses Libretto halte ich, was Erfindung und Poesie betrifft, für mein bestes: wollüstig, ohne lasziv zu sein, fesselte es das Publikum ... von Anfang bis Ende.» So Lorenzo Da Ponte in seiner Autobiografie. Allein schon diese selbstbewusste Einschätzung müsste neugierig machen auf Vicente Martín y Solers Dramma giocoso «L’arbore di Diana», das im Oktober 1787...
