Lehár bläst ins Wunderhorn
Lehárs «Friederike» (1928) eilt ein fabelhafter Ruf voraus. Seit ihrer Uraufführung gilt die Goethe-Operette als eines der geschmacklosesten Kitschprodukte der Zeit. Andererseits drängelte sich von Albert Einstein bis Heinrich Mann alles, was Rang und Namen hatte, zur glanzvollen Uraufführung im Berliner Metropol-Theater, und keine Geringere als Käthe Dorsch gestaltete die zwischen Singen und Sprechen changierende Titelpartie.
Umso gespannter nahm man den ton- wie spieltechnisch makellosen Live-Mitschnitt einer einzigen Konzertaufführung mit dem Münchner Rundfunkorchester und dem stark unterforderten Chor des Bayerischen Rundfunks unter Ulf Schirmer zur Hand. Und tatsächlich: Keine Fantasie reicht aus, sich dieses Niveau auszumalen.
Das betrifft die Geschichte (nach «Dichtung und Wahrheit», 11. Buch), die Dialoge («Ich weiß, welch’ Opfer sie seinem Glück gebracht haben. – Durchlaucht! Goethe gehört der ganzen Welt, also auch mir.») und die satztechnisch mehr als dürftige Musik: ein zerflatterndes Etwas aus Pseudo-Volksliedern, Stil-Tänzen (Rokoko bis Biedermeier) und blechgepanzerten Schicksalsblitzen, die aus heiterem Gesäusel niederkrachen. Dem Ende ist das obligate ...
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Sanft steigt die Violin-Lineatur aus dem Graben, die Robert Schumann aus dem Geiste Mendelssohns entwickelt. Diskret verstärken die Holzbläser die Höhenlinien des nazarenischen E-Dur-Andante, das auf ein Alt-Solo zuführt: «Vor Edens Tor im Morgenprangen stand eine Peri schmerzbefangen.» Diese Peri, Figur eines fernen indischen Himmels, ist aus näher nicht genannten...
Unterschiedlicher können sie nicht sein, diese beiden Dirigenten-Leben, wie sie nun in Buchform vor uns ausgebreitet werden: hier der von Skandalen unbehelligte Georges Prêtre, dort der extravagante Leopold Stokowski, dessen Vita durchaus für einen Film getaugt hätte – das Medium, dem er so wohlwollend zugeneigt war.
Auch methodisch unterscheiden sich beide Bände....
Mehr als ein halbes Jahrhundert hat sie auf der Bühne gestanden, zuletzt vor zehn Jahren. Ein geschäftstüchtiger Star moderner Prägung ist sie nie gewesen, aber ihre Karriere war stetig und die künstlerische Ernte ihrer Arbeit gewaltig, zum Glück festgehalten in zahlreichen Ton- und einigen Filmdokumenten. Am 20. November ist die Sopranistin Elisabeth Söderström im...
