Wichtige Sängerinnen und Sänger der Saison
Eine «glänzende Charakterstudie» lieferte Matthias Klink nicht nur als «verklemmt-arroganter» Dichter in Philippe Boesmans’ Schnitzler-Oper «Reigen» (auf dem Foto mit
Melanie Diener; OW 6/2016). An seinem Stuttgarter Stammhaus gab er in Strauss’ «Salome» einen Herodes von zwingender Intensität: ausgefeilt das Spiel, klangschön, deklamatorisch, «ohne karikaturistische Überzeichnung» die Gestaltung der heiklen Partie (OW 1/2016). In Köln gastierte er als Karl von Valois in «Jeanne d’Arc» von Walter Braunfels (OW 4/2016).
Von einer «Debüt-Sensation» war in OW 7/2016 die Rede, nachdem Piotr Beczala an der Dresdner Semperoper seinen ersten Lohengrin gesungen hatte. Von einem «Musterstilisten, der seine Lektionen bei Nicolai Gedda und Richard Tauber gelernt hat». Eine bessere Partie hätte sich Anna Netrebko für ihre Elsa-Premiere schwerlich wünschen können.
In Zürich wagte sich Markus Brück als Verdis Macbeth in Extreme: süchtig liebend, das Innerste entäußernd, «brüchig» und explosiv – ein «wahnsinniges Rollendebüt» (OW 6/2016).
Sie war der «strahlende Mittelpunkt» der Stuttgarter «Puritani»: Ana Durlovski zeigte als Elvira «nicht nur die Technik, sondern auch die vokale Fantasie, um ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Jahrbuch 2016
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 110
von
Bei Shakespeare hat sich nicht nur Verdi bedient. Noch 400 Jahre nach dem Tod des Elisabethaners beleben seine Stoffe und Figuren das Musiktheater. Gerade erst wurde in Wien eine neue Hamlet-Oper (von Anno Schreier) uraufgeführt. In Shakespeares Stücken wirbeln Erhabenes und Triviales, Tragik und Komik, Königshof und Kneipe wild durcheinander. Vielleicht ist es...
Eigentlich haben sie in der vergangenen Saison nur das getan, was sie immer tun. Genau hingeschaut. Sich tief in Stücke und Stoffe versenkt, in Geschichten und Figuren. Alle Kraft für «ihre» Künstler, für «ihr» Theater reserviert. Doch diesmal ist Intendant Jossi Wieler und Chefdramaturg Sergio Morabito eine Saison geglückt, die noch lange nachhallen dürfte. Nicht...
«L’elisir d’amore» und «Lucia di Lammermoor» gehören längst zum Kanon, auch «Don Pasquale» ist kein Unbekannter. Doch wer kennt die späten, für Paris und Wien entstandenen Opern von Gaetano Donizetti? Aus ihnen spricht ein europäischer Geist, der sehr genau die Erwartungen seines jeweiligen Publikums registrierte. Dass Donizetti nie einen starken Personalstil...
