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Erinnern Sie sich noch? An die Zeiten, als das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland nur aus dem Ersten, dem Zweiten und ein paar Regionalprogrammen bestand? Und Theater, Oper, Konzert noch einen Platz im (Spät-)Programm hatten? Wer das Neueste vom Tage nicht versäumen wollte, musste sich damals freilich an feste Sendezeiten halten. Als die Künste Anfang der 1990er- Jahre dann peu à peu in den deutsch-französischen Kulturkanal Arte ausgelagert wurden, sorgten schon VHS-Rekorder für eine gewisse Unabhängigkeit vom Kalender der Veranstalter.
Inzwischen ist – dank Internet und Breitbandtechnik – jeder Zuschauer sein eigener Programmdirektor.
Beispiel Arte. Vor fünf Jahren führten die Straßburger mit «Arte Live Web» eine Online-Plattform für «aktuelle Bühnenkünste» ein, die pro Jahr rund 650 Produktionen dokumentiert – zwischen Pop und Oper, Jazz und klassischem Konzert, Tanz und Performance. Viele Aufzeichnungen sind mehrere Wochen oder Monate verfügbar. Seit Februar firmiert der Service unter dem Namen «Arte Concert»: concert. arte.tv/de. Wer etwa die TV-Ausstrahlung von Patrice Chéreaus «Elektra» aus Aix verpasst hat, kann sie hier finden; aus dem Teatro Real in Madrid hält ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Magazin, Seite 85
von Albrecht Thiemann
Merkwürdig. Ist da was …? Der König hebt den treuen Vasallen im siegreichen Kampf wider die Sachsen hervor. Und die Inszenierung konstruiert da flugs ein Dreieck aus einem notorisch Gutgläubigen und zwei Verdächtigen. Der König: Marke? Die ihn hintergehen: Isolde? Tristan? Und da, bevor Akt zwei anhebt – der da auf der blau-weiß-rot drapierten Bühne durch den...
Seiner Natur und Geschichte nach war das deutsche Lied lange Zeit schüchtern, sensibel und kontaktarm, die Kunstform einer in sich verkapselten, nur bedingt gesellschaftsfähigen Innerlichkeit. Doch das änderte sich spätestens mit Richard Strauss, der sich weniger an Schubert, Schumann und Brahms orientierte, sondern vielmehr an den Konzertliedern von Franz Liszt...
Stiffelio» ist neben «Macbeth» Verdis finsterste Oper, aber leider so gut wie unbekannt. In dem 1850 unmittelbar vor dem «Rigoletto» entstandenen Werk finden sich keine die Tragik transzendierenden Aufgipfelungen, keine utopischen Glücksmomente, wie Verdi sie sonst kennt. Das ungewöhnliche Sujet – Lina, der ehebrecherischen Frau des protestantischen Sektenpredigers...
