Hors de concours
Mit der Erstfassung von «Il pastor fido» schließt sich, wenn man von den Pasticci absieht, die letzte Lücke in der Schallplattenpräsenz von Händels Opern. Das 1712 für London geschriebene Stück war dort wenig erfolgreich. «Das Bühnenbild zeigte bloß die Landschaft von Arkadien, die Kostüme waren alt, die Oper kurz.» So überliefert ein Diarist das Urteil der Zeitgenossen.
Händel hat das handlungsarme Pastoraldrama, das auf das gleichnamige Schäferspiel von Giovan Battista Guarini zurückgeht, 1734 grundlegend überarbeitet, einen Teil der Arien ausgetauscht, Chöre hinzugefügt und schließlich, in einem letzten Schritt, als Prolog ein Ballett im französischen Stil für die damals London mit ihrer Truppe begeisternde Pariser Tänzerin Marie Sallé vorangestellt. Nicholas McGegan hat diese dritte Fassung 1987 für Hungaroton eingespielt.
Die Urfassung dürfte es auf der heutigen Bühne schwer haben, eignet sich mit ihrer intimen, im lieblichen pastoralen Stil gehaltenen Musik aber ideal für die Schallplatte. Formal bietet Händels Musik wenig Abwechslung. Spektakuläre Höhepunkte fehlen. Mit Ausnahme zweier einsätziger Kavatinen am Beginn des zweiten Aktes reiht sich Arie an Arie, ausnahmslos in ...
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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Medien/CDs, Seite 23
von Uwe Schweikert
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