Wundersame Belebung
Mut und echte Planungslust bewies der Verein Oper Schloss Hallwyl, als er sich für Bizets «La jolie Fille de Perth» entschied. Im Innenhof des schönsten Wasserschlosses der Schweiz im Aargauischen Seeland ist unter der Hand des Regisseurs Peter Schweiger und des musikalischen Leiters Douglas Bostock eine stimmungsvolle Produktion entstanden, die die stofflich etwas wirre und mit romantischen Motiven überfrachtete Geschichte um eine allseits begehrte Schönheit namens Kathrine Glover erzählt.
Das künstlerische Leitungsteam hat keine Mühe gescheut, die chaotische Quellenlage zu durchforsten und auf der Grundlage der Fassung von David Lloyd Jones von 1985 eine spielbare Version zu kreieren. Die eigens erstellte deutsche Übersetzung, die vor allem die zahlreichen Plattitüden der Librettisten auszumerzen versuchte, vermochte dagegen nicht so recht zu überzeugen. Viele der sprachlich «aktualisierten» Formulierungen fügten sich Bizets musikalischen Wendungen nur schwer. Zudem zeigt das Stück auch bei allem unumgänglichen Bearbeitungsaufwand dramaturgische Schwächen. Aber in Schweigers Regie, die mit feinem Humor ein Arbeitermilieu mit einer heutigen Fun-Gesellschaft konfrontierte, ...
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Herr Foccroulle, inwieweit wollen Sie anknüpfen an die Tradition des Festivals von Aix-en-Provence?
Tradition ist für mich sehr wichtig. Es gibt seit sechzig Jahren eine Tradition dieser Festspiele, die von Daniel Dusurget bis hin zu Stéphane Lissner reicht, der das Festival acht Jahre leitete. An diese Tradition will ich anknüpfen, aber ich möchte sie auch...
Adriana Hölszky brachte es auf den Punkt: «Es ist nicht die Frage, wie man zu einem Text kommt, sondern wie man rauskommt aus einem Text.» Was die Komponistin damit umriss, ist nicht weniger als ein zentrales Dilemma heutigen Komponierens. Kaum etwas ist dabei so verpönt wie die Abbildung einer literarischen Vorlage mit musikalischen Mitteln. Die so genannte...
Das einzige Bühnenwerk des vor allem als Geiger berühmt gewordenen rumänischen Komponisten George Enescu hat nach der erfolgreichen Pariser Uraufführung 1936 nur noch vereinzelte Reprisen, vor allem in Frankreich und Rumänien, erlebt. Um so größer war das Erstaunen, als 1989 bei EMI eine Gesamtaufnahme herauskam, die «Oedipe» als ein Hauptwerk der Oper des 20....
