Ganz oben
So recht hat das Publikum des deutschen Nationaltheaters vermutlich noch immer nicht begriffen, was für eine Sensation es in den letzten Jahren miterleben durfte. Zwar verrät die Biografie im Beiheft der neuen Weimarer «Rigoletto»-Produktion, dass der Titelheld der Aufführung diese Rolle inzwischen auch an der Met, in Los Angeles und in Wien singt oder singen wird (im Verdi-Jubiläumsjahr 2013 auch an der Scala) – doch dass sie hier den derzeit besten Rigoletto der Welt hören, dürften wohl die wenigsten Besucher wissen.
Und doch ist es so: Der kometenhafte Karrieresprung des 39-jährigen George Gagnidze ist der eindrucksvollste Beweis dafür, dass das deutsche Stadttheatersystem nicht nur Sänger verschleißen, sondern auch Stars produzieren kann.
Nach einer ersten deutschen Karrierestation in Osnabrück ist der Georgier seit 2005 Mitglied des Weimarer Opernensembles und war hier als Miller, Nabucco und Jochanaan zu hören, während gleichzeitig seine Weltkarriere in Schwung kam – mit dem Scarpia in Luc Bondys «Tosca»-Neuinszenierung an der Met als jüngstem Höhepunkt. Klar, dass ein mittelgroßes Theater wie Weimar so jemanden nicht ewig halten kann, klar aber auch, dass man den Star pflegt, ...
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Philippe Jaroussky hat’s geschafft: Als erster Countertenor ist der Franzose in den kleinen Kreis der Opernstars aufgestiegen, die mit ihren Recitals die großen Konzerthallen füllen können und deren Alben sich im Hunderttausender-Bereich verkaufen. Ein Erfolg, der umso bemerkenswerter ist, als Jaroussky bislang keine Kompromisse eingegangen ist: Statt «Ave Maria»...
Wahrlich ein Superlativ. So spät haben die ungekürzt an einem Abend gegebenen «Trojaner» von Hector Berlioz sicher noch nicht angefangen. Es beginnt – wie in Spanien üblich – eisern um acht Uhr abends, und so gegen ein Uhr nachts kann dann endlich die Karthagerkönigin Dido in einem seltsamen Geisha-Look ihren hier aus Laptops errichteten Scheiterhaufen besteigen,...
Dass Georg Kreisler als Autor und Komponist von Theaterstücken, Musicals, Gedichten, Satiren und Romanen kaum wahrgenommen wurde, hängt nicht nur damit zusammen, dass das Kabarettpublikum weiterhin nichts als «die alten bösen Lieder» hören will, sondern auch mit dem radikalen Nonkonformismus, der den Künstler immer wieder in Konflikte mit Verlegern, Theater- und...
