Unterwegs auf Nebenwegen
Gut zwei Jahrzehnte ist es her, dass der Dirigent Stephen Crout die Washington Concert Opera (WCO) ins Leben rief. Seit 1987 hat die Company in dem 1550 Plätze bietenden Lisner Auditorium der George Washington University 38 Opern präsentiert. Crout konnte etwas Geld von Stiftungen einwerben, doch den größten Teil des Budgets stellen die Abonnenten und private Spender zur Verfügung, die das auf selten gespielte Werke konzentrierte Programm der Concert Opera schätzen. Den Anfang machte man mit «Les Pêcheurs de Perles», Hei-Kyung Hong sang die Sopran-, Jerry Hadley die Tenorpartie.
An dem Prinzip, Stücke vorzustellen, die lange nicht mehr oder noch nie in der Region zu hören waren, hat man stets festgehalten. Der Schwerpunkt lag dabei auf französischem und italienischem Repertoire, doch auch das deutsche Fach kam nicht zu kurz – etwa in Gestalt eines «Fliegenden Holländers» (mit James Morris) und eines «Freischütz». Die tschechische Tradition wurde mit einer «Jenufa» (gesungen von Patricia Racette) und einer «Rusalka» aufgenommen. Stephen Crout war davon überzeugt, dass Künstler neues Terrain auch dann erkunden können, wenn die Probenzeit begrenzt ist und Mittel für teure Kulissen oder ...
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Wolfgang Rihm griff bei seinen Opernstoffen seit jeher zu großer Literatur – Georg Büchner («Jakob Lenz»), Heiner Müller («Hamletmaschine»), Sophokles/Hölderlin («Oedipus») und Antonin Artaud («Die Eroberung von Mexiko») dienten als Textlieferanten. Im kommenden September fasst das Theater Basel drei seiner kürzeren Arbeiten – «Aria/ Ariadne» (nach Nietzsche), «Das...
Herr Heppner, haben Sie sich mit dem Etikett vom Heldentenor abgefunden?
Das Problem bei diesem Begriff ist, dass die lyrische und damit vielleicht auch die gesangliche Komponente oft zu kurz greift. Heldisch, das suggeriert meist: laut und kraftvoll. Damit allein ist natürlich nichts gewonnen.
Geht es Ihnen um eine bestimmte Richtung von Gesangästhetik?
Zumindest...
Waldemar Kmentt, der am 2. Februar seinen 80. Geburtstag feierte, war über ein halbes Jahrhundert eine Wiener Opern-Institution und in seinem Stimmfach einer der vielseitigsten Sänger seiner Zeit. 78 Partien in fast 1500 Vorstellungen hat er allein an der Wiener Staatsoper gesungen, seine Bandbreite reichte dabei von Gluck bis Cerha. 1951 wurde er Ensemble-Mitglied...
