Melodie lunghe, lunghe, lunghe
Es ist ein schönes Bellini-Paket, das TDK nach «Beatrice di Tenda» aus Zürich von 2001 mit «La sonnambula» aus Florenz (2004), «Norma» aus Parma (2001) und «I puritani» aus Barcelona (2001) geschnürt hat – mit drei Primadonnen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, und drei Stücken, die die ganze Bandbreite des Komponisten zwischen romantischem Märchen, tragischem Musikdrama und großer Oper entfalten.
Dabei ist keineswegs die moderne (Traum-)Deutung beim Maggio Musicale Fiorentino das Ereignis oder ein im Originalklang immer wieder von wilden Paukenschlägen dominiertes, wie ein großes Adagio sich wölbendes, geradezu archaisch klingendes Druiden-Drama mit dem Orchestra Europa Galante unter Fabio Biondi im Teatro Regio von Parma. Vielmehr fasziniert am meisten die sorgfältig erarbeitete, sehr lebendige und in jedem Detail durchgeformte Deutung der Partitur von Bellinis «Puritani» mit dem Orquestra Simfònica del Gran Teatre del Liceu unter Friedrich Haider. Haider zeigt exemplarisch, dass das Orchester bei Bellini keineswegs simpel instrumentierte Hintergrundfolie ist, sondern das Geschehen antreibt, spiegelt, manchmal auch die großartige, weitgespannte Melodik um ...
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Edgar Allan Poe hat es auf den Punkt gebracht: «Was das Publikum in einer Zeitschrift sucht, ist das anderswo nirgends Beschaffbare.» Das gilt auch und gerade für den Inseratenteil von Zeitungen. Keiner hat sich darüber lustiger gemacht als Gioacchino Rossini in seinem Dramma per musica «La gazzetta», frei nach Goldonis Stück «Il matrimonio per concorso», mit dem...
Sullivan ohne Gilbert – geht das, gibt’s das? Ja, wie uns der Mitschnitt seiner letzten fertiggestellten komischen Oper «The Rose of Persia» zeigt, die 1899 am Londoner Savoy Theatre erfolgreich uraufgeführt wurde. Irgendwann hatte sich Arthur Sullivan (1842-1900) mit seinem langjährigen Librettisten und Geschäftspartner William Schwenck Gilbert, dessen Arbeiten er...
Die Regel scheint sich immer mehr zu bewahrheiten: Wenn Olivier Py im Genfer Grand Théâtre inszeniert, ist Provokation vorprogrammiert. Bereits die Kreuzigungsszene in «Damnation de Faust» hatte im Publikum heftigen Protest entfacht. Im Fall des neuen «Tannhäuser» bahnte sich gar, wollte man einigen Medien Glauben schenken, ein handfester Skandal an. Py hatte für...
