Fantasy-Trip
Stutzig werden wir erstmals bei der Durchsicht des Theaterjournals. Ganz unten auf der Besetzungsliste steht eine Person, die wir bislang nicht kannten: «Das Rheingold». Und tatsächlich, David Greeves, im Programmheft als Tänzer, Choreograf, Akrobat, Trapezkünstler und Schauspieler ausgewiesen, hangelt sich am Seil aus dem Straßburger Schnürboden: ein güldener Schlangenmensch, der sich geschmeidig windet und am Ende, wenn sich die Sachlage im «Ring des Nibelungen» merklich verdüstert, derangiert verkriecht.
Am Uranfang dieser neuesten «Ring»-Erkundung leuchtet nichts als eine schräg geneigte Maske aus dem totalen Szenendunkel. In der Schlussszene sehen wir klarer: Sie gehört Erda, deren glückhaft intonierende Darstellerin Alexandra Kloose sich aus dem meterlangen Rock der bühnenhohen Gestalt schält – sieht alles, hört alles. Auf dass wir wenigstens eine Ahnung davon bekommen, wie das wird, bemächtigt Wotan sich eines Stofffetzens ihres Gewandes, und sein Haupt bettet er auch schon mal in ihren Schoß.
Der Leser merkt’s: Es ließe sich immerfort weiter erzählen von diesem elsässischen «Rheingold». Der schottische Regisseur David McVicar versteht sich bei Richard Wagner mit großem ...
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