Vom Winde verweht
Das ist der Stoff, aus dem man Opernlibretti (oder Hollywood-Streifen) schneidert: Liebe und Leidenschaft bis in den Tod, Hochmut und Fall, Stolz und Vorurteil. Alles enthalten in Emily Brontës Roman «Wuthering Heights», der beim Erscheinen 1847 durchaus auf Widerspruch stieß, aber längst zum Kanon der englischen Literatur zählt.
Ein gutes Jahrhundert später machte sich der amerikanische Komponist Bernard Herrmann ans Werk.
Der angehende Star der Filmmusik, der mit «Citizen Kane» ins Rampenlicht getreten war und später nicht nur für Hitchcock-Klassiker wie «Vertigo» oder «Psycho» die Musik schrieb. Herrmann lieferte auch den Soundtrack für die Verfilmung von Charlotte Brontës fiktiver Autobiografie «Jane Eyre» und stieß so auf die schreibenden Brontë-Schwestern. Als er wenig später seine Opern-Version von «Wuthering Heights» begann, übernahm er für die Hauptfigur aus seiner «Jane Eyre»-Partitur das Motiv einer Arie.
Die Opernnacherzählung der Handlung (die Herrmanns erste Ehefrau Lucille Fletcher lieferte) konzentriert sich ganz auf die heikle Liebesbeziehung zwischen der wilden Catherine und dem hitzköpfigen Heathcliff. Beide sind Ziehgeschwister, aber keine Blutsverwandte, einer ...
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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Rainer Wagner
«Cher Christof», «Très chère Jennie», «Salut Christof» oder einfach nur «Salut!» – auf sechs Seiten und in sieben Briefen geht das so. Die gemeinsame Annäherung ans Werk, das Fragen, das Umkreisen von Figuren, Bedeutung und Gehalt: Große, ehrwürdige Vorbilder kommen einem da in den Sinn. Der aktuelle Fall, abgedruckt im Programmheft, versammelt die Korrespondenz...
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